Wirtschaftskammer Wien: Unos legen Vizepräsidentenamt zurück

Funktionszulage beträgt mehr als 5.000 Euro monatlich. Die Gründe für diesen Schritt.
Das Haus der Wiener Wirtschaft mit Glasfassade am Praterstern.

Die Wirtschaftskammer Wien (WKW) ist um einen hochrangigen Funktionär ärmer. Die Neos-Fraktion UNOS hat am Montag überraschend bekannt gegeben, dass sie zukünftig auf das Amt des Vizepräsidenten verzichten werden. 

Conrad Bauer, der dieses innehatte, hat es nun also nicht mehr. Man wolle mit gutem Beispiel vorangehen und zum Start der Reformgespräche ein Zeichen setzen, wie es in einer Aussendung hieß.

Die Entscheidung habe nichts damit zu tun, dass der amtierende WKW-Präsident Walter Ruck zuletzt unter Druck geraten ist, erklärt man bei den UNOS auf Nachfrage. Ruck wurde unter anderem Postenschacher vorgeworfen.  „Die Entscheidung steht in keinem Zusammenhang mit Personen. Sie ist unabhängig davon im Kontext der beginnenden Reformgespräche in der WKW gefallen. Wir setzen damit ein bewusstes Zeichen, dass wir Reformen auch selbst vorleben, sagt UNOS-Bundessprecher Michael Bernhard Es gehe in dem Fall darum, „Funktionen konsequent danach zu bewerten, ob sie einen spürbaren Mehrwert für die Mitglieder schaffen“. 

Was bedeutet kooptiert? 

Das sei bei bezahlten, kooptierten Vizepräsidenten der Wirtschaftskammer Wien nicht ausreichend gegeben.

Zur Erklärung: Grundsätzlich gibt es in der WKW zwei offizielle Vizepräsidenten: Das ist einerseits Margarete Kriz-Zwittkovits, die wie Ruck dem Wirtschaftsbund (WB) angehört, andererseits Marko Fischer aus dem roten SWV. Laut Wirtschaftskammergesetz ist es aber auch möglich, Vizepräsidenten zu kooptieren, die Sitz und eine beratende Stimme haben.

Funktionszulage

In Wien sind derzeit neben Bauer drei Personen kooptiert: Kari Kapsch, André Stolzlechner (SWV) und Hans Arsenovic (Grüne Wirtschaft). Die Funktion ist gut bezahlt – die zwölf Mal jährlich ausbezahlte Funktionszulage liegt zwischen 5.000 und 7.000 Euro. Eine Summe, die bei den Kammermitgliedern besser aufgehoben wäre, wie man bei den UNOS befindet. „Reformen beginnen bei einem selbst. In diesem Sinne laden wir alle Wählergruppen ein, es uns gleichzutun, und bezahlte, kooptierte Vizepräsidenten zu Beginn der Reformgruppe zurückzulegen“, sagt  Bernhard.

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