Chronik | Wien
30.11.2015

Wiens Gürtelkönig, der "Rote Heinzi", ist tot

Die 76-jährige Rotlicht-Legende starb am Sonntag Abend in der Leopoldstadt.

Der legendäre Wiener Rotlicht-König Heinz Bachheimer ist tot. Wie Polizei-Insider und Weggefährten dem KURIER bestätigten, starb der 76-Jährige am Sonntag Abend in Wien-Leopoldstadt. Fremdverschulden ist auszuschließen.

Bachheimer war besonders in den 70er-Jahren in den speziellen Etablissements am (unteren) Gürtel eine echte Größe. Noch heute spricht man im Milieu ehrfürchtig von ihm, er soll auch das legendäre "Stoß"-Spiel kontrolliert haben, dass so manche Existenz vernichtete. Als "Doyen der Wiener Unterwelt" geadelt wurde dem Besitzer des Queen-Club bald der Spitzname "der Rote" verpasst, von da war es nicht weit zum "Roten Heinzi". Im Polizeifunk bekam er den Spitznamen "Indianer" verpasst. Solche Funknamen hatten sonst nur der Bundespräsident oder Polizeipräsident. Er schaffte es sogar auf die Titelblätter von seriösen Nachrichtenmagazinen.

1978 verhaftet

1978 wurde der einstige Maler-Lehrling verhaftet als er einen goldenen Revolver aus seinem Bankschließfach holtte. Bachheimer wurde wegen „gewalttätiger Erpressung, Hehlerei, Urkundenfälschung und eines Vergehens nach dem Waffengesetz" anschließend in einem spektakulären Prozess zu zweieinhalb Jahren verurteilt. In den 90er-Jahren übernahmen dann Größen wie der gebürtige Richard St. die "Organisation" des Wiener Rotlichts. Zuvor hatten verschiedenste Banden aus dem Balkan mit brutalen Methoden die "alte Garde" schwer in Bedrängnis gebracht.

Zuletzt hatte er unter einer schweren Krankheit gelitten, hieß es. Von seinen Freunden heißt es nur: "Er war einer der wenigen mit Handschlagqualität".