Chronik | Wien
18.03.2013

Korruptionsverdacht hat sich weiter erhärtet

Ermittelt wird nun gegen einen großen Malerbetrieb und mehrere Subunternehmen.

Seit Herbst des vergangenen Jahres schon hegte man bei Wiener Wohnen einen schweren Verdacht. Ein von der Wohnhäuserverwaltung beauftragtes Unternehmen hatte bei der Sanierung von Gemeindebauten offenbar die verrechneten Leistungen nur teilweise oder mangelhaft erbracht.

Laut dem neuen Direktor Josef Neumayer, der seit einigen Monaten in Amt ist, hätte sich die Verdachtslage nach einer Überprüfung durch die interne Revision zuletzt verdichtet. Daher hätte man im Oktober 2012 der Staatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung zugeschickt.

Ins Rollen gebracht haben die Ermittlungen freilich erst neue Anzeigen, die den Verdacht noch erhärtet haben. In der Vorwoche bestätigte schließlich die Korruptionsstaatsanwaltschaft dem KURIER gegenüber die Ermittlungen in Sachen Amtsmissbrauch, Untreue und Absprachen bei Vergaben.

Ermittelt wird nun gegen einen großen Malerbetrieb und eine größere Anzahl von Subunternehmen, die allesamt mit Aufträgen versorgt worden waren.

Die mangelhaft oder gar nicht durchgeführten Arbeiten sind dennoch bezahlt worden, weil immer die selben drei Mitarbeiter von Wiener Wohnen die „Kontrollen“ durchführt hatten. Ob sie auch persönlich profitiert haben, ist nun Inhalt der Ermittlungen der Spezialisten der Korruptionsstaatsanwaltschaft.

Sollten es strafrechtliche Folgen geben, wird das für die drei Betroffenen auch dienstrechtliche Konsequenzen haben.