Visualisierung: Die Stelzenbrücke ist auf freier Strecke für Fußgänger und Radfahrer passierbar.

© ÖBB/Feuchtenhofer

Chronik Wien
06/03/2020

Wiener Verbindungsbahn: Stelzenbrücke statt geschlossene Hochtrasse

Die ÖBB haben ihre Pläne für das Projekt in Hietzing geändert. Der Bezirk sieht dennoch keinen "großen Wurf".

von Stefanie Rachbauer

Die ÖBB lenken bei ihrem viel kritisierten Verbindungsbahn-Projekt ein: Zwischen der Wientalbrücke bei der Auhofstraße und der neuen Haltestelle Hietzinger Hauptstraße wird die S-Bahn künftig auf einer Stelzenbrücke fahren. Anstatt - wie ursprünglich geplant - auf einer weitgehend geschlossenen Hochtrasse.

Das ist die Einigung zwischen Experten von den ÖBB, der Stadt Wien und dem Bezirk, die im aktuell laufenden Planungsprozess erzielt wurde.

Zur Erinnerung: Künftig soll die S-Bahn von Wien-Aspern über den Hauptbahnhof bis Hütteldorf im 15-Minuten-Takt fahren. Für die Verdichtung der Intervalle sind allerdings massive Umbauarbeiten notwendig.

Die bestehende Station in Speising muss umgerüstet werden, auf der Stranzenbergbrücke und in der Hietzinger Hauptstraße müssen überhaupt erst Haltestellen errichtet werden.

Um für Autofahrer lange Wartezeiten an den Schranken zu vermeiden, wollen die ÖBB die Züge auf einer Hochtrasse – rund sechs Meter über dem Boden – führen. Dieser Plan zog Widerstand nach sich: Es kam zu turbulenten Bürgerversammlungen. Die Gegner des Projekts fürchten eine Zerstörung des Hietzinger Ortsbildes und eine Zweiteilung des Bezirks.

Brücke auf freier Strecke passierbar

Sie fordern eine Trasse in Tieflage. Die ist laut den ÖBB technisch aber nicht möglich - blieb also nur die Hochtrasse.

Sie war zwischen den Stationen - also auf freier Strecke - geschlossen geplant. Das heißt: Fußgänger oder Radfahrer hätten die Zugstrecke dort nicht queren können.

Mit der Stelzenbrücke fällt dieses Problem weg: Sie ist auf freier Strecke durchlässig.

Wie die Flächen unter der Brücke genutzt werden, wird nächstes Jahr ein Ideenwettberwerb entscheiden. Möglich seien etwa Kleingärten oder Geschäfte, heißt es seitens der ÖBB.

Bezirk fordert Änderungen

Bezirksvorsteherin Silke Kobald (ÖVP) ist von der Planänderung nur wenig begeistert: Die Einigung sei kein großer Wurf, die wesentlichen Kritikpunkte - darunter die Hochlage an sich - blieben aufrecht, teilt sie in einer Aussendung mit.  "Die künstliche Trennung des Bezirks bleibt leider auf einem inakzeptabel hohen Niveau. Das muss sich unbedingt ändern."

Die ÖBB werden jedenfalls im Sommer die Unterlagen für eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für den Bau der Verbindungsbahn einreichen. Geht alles glatt, soll 2023 der Startschuss für den Ausbau fallen. Das Ende der Bauarbeiten ist für 2027 angesetzt.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.