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Wiener Stadtgärten: Neue Dienstkleidung um 1,53 Millionen Euro

Wien muss sparen, die Stadtgärten investieren jedoch kräftig in ein neues Outfit. Sind 1.300 Euro pro Person gerechtfertigt?
Zeigt Mitarbeiter vor Stadtgartenzentrale.

Wien muss bekanntlich an allen Ecken und Enden sparen. Bei Schulden von rund 15 Milliarden Euro und zuletzt drei Rekorddefiziten sind Einschnitte im Großen wie im Kleinen dringend nötig.

Umso mehr sticht eine Großinvestition bei den Wiener Stadtgärten (MA 42) im Ressort von Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) ins Auge: Denn für eine neue Dienstkleidung inklusive frischerem Look der Stadtgärtner werden vom Rathaus nicht weniger als 1,53 Millionen Euro lockergemacht.

Im Antragstext des Gemeinderatsausschusses wird das Vorhaben mit dem Ende des bestehenden Liefervertrages begründet. Im Zuge dessen werde „die Dienstbekleidung im Sinne einer zeitgemäßen Materialbeschaffenheit“ und für mehr „Tragekomfort“ weiterentwickelt.

Wobei es durch die neue Kluft zu einer „stärkeren Wahrnehmbarkeit der Arbeit“ der Stadtgärtner kommen „und deren Rolle als zentrale Akteure im Bereich Klimaschutz und nachhaltiger Stadtentwicklung unterstützen“ soll, wie es in dem Dokument – wohl etwas hochtrabend – heißt.

Doppel-Grün statt Rot

Der derzeitige Look in Grün-Rot mit dem bunten Schmetterlingslogo der MA 42 stammt übrigens aus dem Jahr 2008. Vor diesem „bicoloren Dienstgewand“ – wie es damals hieß – gab es keinen einheitlichen Dresscode: Mitunter wurde Grün mit Orange kombiniert – oder auch die (Arbeits-)Kleidung von zu Hause getragen.

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Der derzeitige Look in Grün-Rot soll durch komplett grüne Dienstkleidung ersetzt werden.

Für die neuen Beet-Uniformen läuft schon die erste Ausschreibung. Laut Stadtgärten-Sprecherin Pamela Ziegler soll der moderne Look dann im Spätherbst präsentiert werden – wobei eines schon jetzt feststehe: „Die neue Dienstbekleidung wird künftig aus zwei Grüntönen bestehen.“ Damit hat Rot im seit jeher rot-regierten Stadtgartenamt also zumindest farblich ausgedient.

„Ausgaben viel zu hoch“

Beobachter sind jedoch über die Höhe der veranschlagten Kosten irritiert: Bei 1.200 im Außendienst arbeitenden Mitarbeitern komme man bei 1,53 Millionen auf eine Pro-Kopf-Summe von fast 1.300 Euro. Und da das Schuhwerk gar nicht dabei sei, sei das „deutlich zu viel“: „Wenn man bei dieser riesigen Menge gut verhandelt, kommt man mit der Hälfte der Mittel locker durch“, heißt es vom Chef einer privaten Wiener Gartenfirma.

Laut Ziegler würden auf Basis des Finanzrahmens T-Shirts (lang/kurz), Polos, Bundhosen, Cargo-Shorts, Arbeitsjacken, Gilets sowie Sweat-, Softshell- und Winterjacken neu bestellt. In Summe sind es rund 23.000 Kleidungsstücke – wobei fast die Hälfte davon (sehr kostengünstige) T-Shirts sind.

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So war es früher: Garteln in Jeans und Leiberl im Rathauspark. 

Die Stadtgarten-Sprecherin verteidigt die Anschaffung: Die neue Kleidung würde sukzessive „abgenutzte oder beschädigte“ Teile ersetzen und langfristig Einsparungen bringen. Denn künftig sollen „marktübliche Standardmodelle anstelle bisheriger Sonderanfertigungen beschafft werden“. Womit die Abkehr von bisherigen „Maßanzügen“ dann also doch ein Beitrag zum Sparen wäre.

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