Chronik | Wien
15.12.2016

Wiener Schnellbahn: 2020 nur noch neue Züge

ÖBB kaufen 64 weitere Cityjets. Ausbaupläne für Franz-Josefs-Bahn, Ostbahn und S7.

Gute Nachrichten für Bahnpendler in Ostösterreich: Die bis zu 35 Jahre alten blau-weißen Schnellbahn-Garnituren werden früher als geplant aus dem Verkehr gezogen. Ab 2020 sollen in und rund um Wien nur noch neue Cityjet-Garnituren fahren.

Dafür greifen die ÖBB tief in die Tasche: Sie kaufen um rund 400 Millionen Euro 65 zusätzliche Desiro-Züge von Siemens. Derzeit sind 101 dieser Triebwagen um rund 590 Millionen Euro bei Siemens bestellt, 34 davon sind bereits im Einsatz. Die Lieferung der zusätzlichen S-Bahnen beginnt dann mit Februar 2018 und soll bereits Mitte 2019 abgeschlossen sein.

Kürzere Intervalle

Notwendig werden die zusätzlichen Züge nicht nur wegen der Modernisierung der Flotte, erklärt Evelyn Palla, Vorstandsdirektorin der ÖBB-Personenverkehr AG, sondern auch wegen der steigenden Passagierzahlen. Die Sitzplatz-Kapazität der neuen, 75 Meter langen Garnituren ist um 30 Prozent höher.

Auf stark frequentierten Strecken werden die Intervalle verkürzt. So fahren auf der S7 zwischen Wien und Flughafen künftig vier statt zwei Züge pro Stunde und Richtung. Auf der S40 werden zwischen Franz-Josefs-Bahnhof, Klosterneuburg und Kritzendorf zu den Früh- und Abend-Verkehrsspitzen zusätzliche Sprinterzüge eingesetzt. Zusätzliche Züge wird es auch auf der Ostbahn zwischen Wiener Hauptbahnhof und Bruck/ Leitha geben, kündigten Wiens Finanzstadträtin Renate Brauner und der nö. Verkehrslandesrat Karl Wilfing am Donnerstag an.

Ein wesentlicher Grund für die Beschaffung ist auch die Qualitätsoffensive: Die neuen, 75 Meter langen Züge sind barrierefrei, im Sommer dürfen sich hitzegeplagte Bahn-Pendler über eine Klimaanlage freuen. Für mehr Qualität sollen auch Steckdosen, bequemere Sitze und Tische in den Waggons sorgen. Ursprünglich zwar nicht vorgesehen, soll auch eine WLAN-Ausstattung nachgerüstet werden.

Allerdings kosten die neuen Züge auch die Steuerzahler mehr. Im Rahmen der Verkehrsdienste-Verträge – über die die ÖBB nicht rentable Strecken subventioniert bekommt – kosten neue Züge mehr als alte. In Summe bekommen die ÖBB für die neuen Schnellbahnen jährlich 20 Millionen Euro mehr.