Chronik | Wien
05.10.2017

Wiener Sängerknaben suchen weibliche Verstärkung

10- bis 14-jährige Mädchen sind zum Vorsingen eingeladen. Ein Chor mit eigenem Namen ist bereits in Planung.

Die Wiener Sängerknaben sind weltbekannt. Vier Gruppen befinden sich alternierend auf Konzerttour – zurzeit etwa in China, in den USA oder ab Jänner in Korea. Die Burschen sollen aber nicht die einzigen Stars aus dem Wiener Augartenpalais bleiben. Jetzt will die künstlerische Leitung nämlich auch einen Mädchenchor etablieren. Das Vorsingen findet bereits am 21. Oktober statt.

Ganz so revolutionär ist das allerdings nicht. „Wir haben schon lange Mädchen in der Volksschule und in der Oberstufe – nur für die Unterstufe hatten wir noch kein richtiges Angebot“, betont der Präsident der Wiener Sängerknaben, Gerald Wirth.

Zur Erklärung: Die Mädchen der hauseigenen Volksschule schnuppern mit den gleichaltrigen Buben als gemischter „Eleven“-Chor erste Bühnenluft. Und die Schülerinnen der ebenfalls zum Bildungsangebot der Sängerknaben gehörenden Oberstufe treten gemeinsam mit den Burschen als „Chorus Juventus“ auf. Die eigentlichen Stars sind aber in der Unterstufe zu finden – und die gibt es aus Platzgründen zurzeit nur für die 10- bis 14-jährigen Buben. Für Mädchen habe man in dieser Altersklasse bloß ein Nachmittagsangebot, erklärt Dramaturgin Tina Breckwoldt. „Doch das ist nicht bekannt genug.“

Bühnenerfahrung

Das soll sich nun ändern. Im Rahmen des allgemeinen Vorsingens für den weltberühmten Chor sind am 21. Oktober auch 10- bis 14-jährige Mädchen eingeladen. So sie angenommen werden, erwartet sie dieselbe musikalische Ausbildung wie die Burschen. Inklusive Bühnenerfahrung: Ein erstes Konzert ist im Jänner 2018 in der Minoritenkirche geplant.

Im Rahmen des Vorsingens, das von 10 bis 12 Uhr im Augartenpalais stattfindet, sollen die Kinder ein Lied vortragen. Neben den Stimmen werden auch Gehör und Rhythmusgefühl überprüft. Um Anmeldung unter creinhold@wsk.at wird gebeten.

Mittelfristig könne aus dem „Mädchenchor der Wiener Sängerknaben“ dann ein eigenständiges Parallelangebot werden, stellt Breckwoldt in Aussicht. Mit etwas weniger sperriger Bezeichnung. In die Namensgebung sollen die Schülerinnen involviert werden.