Die Frau ignorierte Hunderte Strafzettel

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Kurios
02/23/2016

Wiener Polizistin sammelte 36.000 Euro an Parkstrafen

Beamtin ließ Strafzettel und Mahnungen ungeöffnet liegen. Sie kommt mit einer Disziplinarstrafe davon und muss Bußgeld abstottern.

von Elias Natmessnig

Ausgerechnet eine Polizistin ignorierte Hunderte Parkstrafen. Insgesamt 36.000 Euro Strafen häufte die Wienerin an und fasste deswegen ein Disziplinarverfahren aus. Rekordhalterin ist die Beamtin damit aber nicht. Laut MA 6 gibt es in einem Fall sogar 44.000 Euro an unbezahlten Strafen. Im Disziplinarverfahren wurde die Polizistin schuldig gesprochen und muss nun auch 1000 Euro Disziplinarstrafe zahlen. Von einer Auflösung des Dienstverhältnisses sah die Behörde aber ab.

Aufgeflogen ist der Fall, als die zuständige MA 6 einen Pfändungsbescheid an die Landespolizeidirektion gesandt hatte. Auf 23.750 Euro waren die Schulden zu dem Zeitpunkt angewachsen.

Die Polizistin gab an, dass ihr Nichtbezahlen mit Schlamperei begonnen habe. Später sei dann die Belastung so groß geworden, dass sie sich damit nicht weiter konfrontieren wollte. Strafen und Mahnungen blieben ungeöffnet liegen. "Ich habe keinen Ausweg gesehen", sagte die Beamtin.

Bequemlichkeit

Auf die Frage, warum sie ihr Fahrzeug nicht außerhalb der Kurzparkzone abstelle oder die öffentlichen Verkehrsmittel benutze, gab die Beschuldigte an, dass sie mit dem Auto flexibler sei. Auch sei es bequemer.

Dass man als Exekutivbeamter kostenlos mit den Öffis fahren darf, war für sie kein Grund umzusteigen. Auch hätte die Beamtin eine Parkkarte beantragen können, mit der sie vor dem Wachzimmer hätte parken können. Zunächst beließ es die Behörde bei einem Verweis, um die Beamtin "wachzurütteln", wie im Urteil steht. Das habe nicht gefruchtet, nach zwei weiteren Pfändungen leitete die Behörde das Verfahren ein. Auch ein Gutachten wurde angeordnet, versieht die Polizistin doch als Mitglied der Sicherheitswache den Dienst mit der Waffe. Das Gutachten bescheinigte ihr aber volle Dienstfähigkeit und sie sei in der Lage, mit der Waffe den Dienst zu versehen. Die Beamtin bleibt daher im Dienst, auch weil sich von den 36.000 Euro bereits 7000 Euro zurückgezahlt hat. Mittlerweile hat sie auch eine Parkkarte.

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