Chronik | Wien
27.11.2017

Wiener kaufen heuer neun Millionen Geschenke

345 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz wird der Wiener Einzelhandel heuer in der Vorweihnachtszeit machen. Der Online-Handel gefährdet die Einkaufsstraßen noch nicht.

Die Kunden des Wiener Einzelhandels sind großzügig, qualitätsbewusst und machen sich keinen Stress. Zumindest besagt das eine repräsentative Konsumentenbefragung unter 400 Wienern, die die Wirtschaftskammer anlässlich des bevorstehenden Weihnachtsgeschäfts durchführen ließ. Demnach wollen 91 Prozent der Befragten Präsente einkaufen – und zwar im Schnitt um 350 Euro pro Person. Damit dürfte sich der Wiener Handel über rund 345 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz freuen. Der Online-Handel nimmt weiter zu.

Insgesamt werden die Wiener Christkinder heuer neun Millionen Packerln verschenken. Etwas weniger zwar, als im Vorjahr – da waren es sogar 9,5 Millionen. Aber dafür werden die Geschenke kostspieliger. Das Ranking der beliebtesten Geschenke sieht alles in allem so aus, wie in den vergangenen Jahren. Bloß mit einer einzigen Neuerung: Gutscheine haben Bücher von Platz eins verdängt. Dahinter rangieren Kleidung, Spielwaren, Kosmetika sowie Veranstaltungstickets.

Besonders eilig haben es die Wiener Kunden dieses Jahr nicht: Etwa 41 Prozent – vor allem in der Gruppe der 15- bis 39-Jährigen – werden den Großteil der Geschenke erst in der zweiten Dezemberhälfte einkaufen.

Internet

Der Online-Handel nimmt im Vergleich zu den Vorjahren zwar ständig zu, Laut Rainer Trefelik, Obmann der Sparte Handel in der Wiener Wirtschaftskammer, bewegt er sich aber auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Obwohl sich 58 Prozent der Konsumenten im Internet über Geschenkmöglichkeiten informieren, machen Online-Bestellungen nur etwa zehn Prozent des Gesamtumsatzes aus. Von zwei Jahren waren es noch sieben Prozent. Besonders beliebt ist der Online-Einkauf bei 15- bis 29-Jährigen.

Mehr als das Internet sind Rabattaktionstage großer Konzerne – wie aktuell „Black Friday“ oder „Cyber Monday“ Konkurrenz für kleine und mittlere Unternehmen, kritisiert Trefelik.