Dominik N. wurde 2012 entführt und im Mai 2013 freigelassen.

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Jemen
06/08/2015

Wiener Dominik N. von Dschihadisten aus Australien gekidnappt

DNA-Spur überführte Entführer. Finnische Geiseln nahmen dem Dschihadisten Haare ab.

von Dominik Schreiber

Nun ist es erstmals bestätigt: Der Wiener Dominik N. wurde 2012 in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa von El-Kaida entführt. Der Nachweis gelang nun mit einer im doppelten Wortsinne haarsträubenden Aktion. Denn seine beiden Mitgeiseln, die Finnen Atte and Leila Kaleva hatten den Kidnappern während ihrer Tortur eine Bürste entwendet. Darauf waren zwei Haare eines Entführers. Die Haare schmuggelten die beiden in einem Buch nach der Freilassung nachhause.

Einen entsprechender Bericht der englischen "Daily Mail" wurde dem KURIER von einem in die Abläufe Involvierten bestätigt. Demnach hatten die Finnen sowohl dem finnischen als auch dem österreichischen Heeresnachrichtenamt je eines der Haare übergeben. Dominik N. habe bei Gesprächen erzählt, dass einer der Entführer einen australischen Dialekt gesprochen habe. Deshalb schickten die österreichischen Behörden ihr Haar nach Down under.

Dort geriet zunächst Christopher Havard in das Visier der Ermittlungen. Der Mann aus Townsville (an der australischen Ostküste bei Cairns) hatte sich in den Jahren zuvor radikalisiert. Der Australier war nach einer kurzen Haft in seinem Heimatort zum Islam übergetreten und war nach Christchurch in Neuseeland ausgewandert. Dort traf er weitere Konvertiten, mit denen er der El-Kaida beitrat und nach Jemen reiste, um sich dort weiteren Dschihadisten anzuschließen.

Ob bei der Freilassung von N. im Mai 2013 Lösegeld geflossen ist, ist unklar. Aus österreichischen Kreisen heißt es, dass kein Geld überwiesen wurde, andere Quellen sprechen davon, dass der Oman Millionen gezahlt hat.

Durch Drohne getötet

Fix ist, dass Havard (27) anschließend nicht mehr lange lebte, er wurde im November 2013 von einer US-Drohne getötet. Mit ihm starb auch Muslim Bin John, einer seiner Freunde aus Neuseeland.

Dominik N. ist derzeit auf dem Weg zu einer Diplomatenkarriere. Zu den aktuellen Geschehnissen wolle er nichts sagen, ließ er wissen: "Ich möchte nicht ewig, die ehemalige Geisel aus dem Jemen sein."

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