Chronik | Wien
09.10.2017

Wien: Wachsoldat durch Schuss getötet

Der 20-jährige Rekrut wurde im Kopfbereich getroffen. Die Hintergründe sind derzeit noch unklar.

Ein 20-jähriger Rekrut ist am Montagabend in einem Amtsgebäude des Bundesheeres in Wien-Leopoldstadt durch einen Schuss aus dem Sturmgewehr 77 (StG 77) seines 22-jährigen Kollegen getötet worden. Der Mann wurde im Kopfbereich getroffen, berichtete Polizeisprecher Patrick Maierhofer. Ob die Tat vorsätzlich war oder ein Unfall sei weiterhin unklar.

Der Vorfall ereignete sich um 19.13 Uhr in einem Wachcontainer in dem Gebäude in der Vorgartenstraße. Die sofort alarmierte Rettung konnte nach Angaben von Pressesprecher Andreas Huber das Leben des Rekruten nicht mehr retten. Der 20-jährige Wiener befand sich laut Maierhofer gemeinsam mit einem 22-jährigen Soldaten im Raum, aus dessen Waffe der Schuss gekommen sein soll. Der 22-Jährige wurde festgenommen und wird befragt. Ob der Soldat absichtlich geschossen hatte oder ob sich ein Schuss gelöst hatte war nach Angaben der Polizei nach wie vor unklar.

Eine dritte Person habe sich laut Maierhofer während des Vorfalls in einem Nebenraum aufgehalten und werde als Zeuge einvernommen. Das LKA habe die Ermittlungen übernommen, die Spurensicherung war am späten Montagabend noch vor Ort. Zu klären sei außerdem, ob die Waffe ordnungsgemäß gesichert war, so der Polizeisprecher.

Auch das Militärkommando Wien habe eine Untersuchung eingeleitet, teilte Oberst Michael Bauer vom Verteidigungsministerium der APA mit. Beim Bundesheer herrsche "große Trauer und Bestürzung".