Chronik | Wien
15.03.2018

Wien unter sieben meist-gefährdeten Kulturerbestätten Europas

Wegen des geplanten Hochhauses am Heumarkt landete Wien zuletzt bereits auf der Roten Liste der UNESCO.

Die Denkmalschutzorganisation "Europa Nostra" zählt das historische Zentrum Wiens, das im vergangenen Juli von der UNESCO auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt wurde, zu den sieben am meisten gefährdeten Kulturerbestätten Europas. Das gab der Verband in einer Aussendung am Donnerstag bekannt.

Neben der Wiener Innenstadt befinden sich auf der von "Europa Nostra" und dem Institut der Europäischen Investitionsbank gekürten Liste die postbyzantinischen Kirchen in Voskopoja und Vithkuqi in Albanien, das Buzludzha Monument in Bulgarien, das Kloster und die Eremitage von Gareji in Georgien, das Casino von Constanza in Rumänien, das griechische Waisenhaus in Prinkipo auf den Prinzeninseln in der Türkei und die Eisfabrik in Grimsby in Großbritannien. Bereits Mitte Jänner wurde Wien für die Shortlist der am meisten gefährdeten Stätten ausgewählt.

Aktionsplan soll erarbeitet werden

Experten der beiden Organisationen werden die sieben Stätten in den kommenden Monaten besichtigen und mit den wichtigsten Beteiligten zusammentreffen. Die Teams werden "technische Ratschläge geben, mögliche Quellen der Finanzierung aufzeigen und breite Unterstützung mobilisieren, um diese Marksteine des Kulturerbes zu retten", heißt es in der Aussendung. Am Ende des Jahres werden "realisierbare Aktionspläne" vorgelegt.

Das historische Zentrum Wiens wurde im vergangenen Sommer von der UNESCO auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt. Grund ist das geplante Hochhaus am Heumarkt, das mit einer Höhe von 66 Metern das Innenstadtensemble nach Ansicht der UNESCO maßgeblich beeinträchtigt. Von 24. Juni bis 4. Juli findet die nächste Sitzung des Welterbe-Komitees statt, bei der über das weitere Vorgehen in Bezug auf Wiens Kulturerbestatus entschieden wird.