Kinderkonferenz im Rathaus am Tag der Kinderrechte 20. November 2019

© Kurier/Jeff Mangione

Chronik Wien
05/28/2020

Wien soll kinder- und jugendfreundlichste Stadt werden

22.500 Kinder und Jugendliche brachten Ideen ein. Die Stadt kündigt 193 Maßnahmen und eine Million Euro Budget an.

von Heinz Wagner, Bernhard Ichner

In Wien soll es ab dem nächsten Schuljahr eine Ehrenamtswoche geben, in der sich die Schüler zum Wohl der Allgemeinheit betätigen können, anstatt die Schulbank zu drücken. Bei der Sanierung und Erweiterung von Bildungseinrichtungen haben die Jugendlichen künftig ein Mitspracherecht. Zudem wird es ein Gratis-Öffi-Ticket für Kindergarten- und Schulausflüge geben. Und in Parks sind "Naschstraßen" vorgesehen - das heißt, es werden Beeren gepflanzt, die von den Passanten gepflückt und vernascht werden dürfen.

Das sind nur einige Vorhaben im Rahmen der 60 Seiten umfassenden Wiener Kinder- und Jugendstrategie 2020-2025, die am Donnerstag von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), Vizestadtchefin Birgit Hebein (Grüne), Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) und Grün-Gemeinderat Peter Kraus präsentiert wurde. Insgesamt sieht sie 193 jugendspezifische Maßnahmen quer durch alle Ressorts vor - bereits bestehende und auch neue.

Vorausgegangen ist dem Maßnahmenkatalog das größte Bürgerbeteiligungsprojekt, das es in Wien je gegeben hat: Wie der Kinder-KURIER berichtete, konnten im Vorjahr 22.581 Kinder und Jugendliche in insgesamt 1.300 Workshops ihre Lebensrealität beschreiben und ihre Wünsche an die Stadt formulieren.

Da waren sehr konkrete Vorstellungen dabei wie etwa die Forderungen nach niedrig aufgehängten Mistkübeln, die auch für die Kleinsten erreichbar wären, oder nach mehr Bäumen. Aber auch globalere Anliegen wie "weniger Plastik", "weniger Flugzeuge", "ein friedliches Miteinander" oder einfach "weniger Stress".

Sofern die Erfüllung der Wünsche in die Kompetenz der Stadt fallen, sollen sie umgesetzt werden - "um Wien zur kinder- und jugendfreundlichsten Stadt zu machen", wie Ludwig betont. Den 370.000 Wienerinnen und Wienern unter 19 Jahren wird dabei ein direktes Mitspracherecht eingeräumt.

Kinder bestimmen über Budget

Abgesehen von den 193 Maßnahmen, die die Bereiche "Natur und Umwelt", "Chancen und Zukunft", "Gesundheit und Wohlbefinden", "Gemeinschaft und Miteinander", "Raum und Platz", Mitsprache und Meinung", "Sicherheit und Geborgenheit", "Mobilität und Verkehr" sowie "Freizeit und Kultur" betreffen (und für die damit befasste Verwaltung laut Czernohorszky "a ordentliche Hockn" bedeuten), wird es im Wiener Budget künftig eine Million Euro für sogenannte Zukunftsprojekte geben.

Wie das Geld verteilt wird, entscheiden die Kinder und Jugendlichen in noch zu konstituierenden Jugendparlamenten selber. Ein Konzept, wie diese aussehen könnten, soll noch im Herbst vorliegen.

Über ein Monitoring-System können die Jugendlichen zudem verfolgen, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden. Für die Berichterstattung wird die Kinder- und Jugendanwaltschaft zuständig sein.

Am 24. Juni soll die Kinder- und Jugendstrategie im Gemeinderat beschlossen werden. Das Ziel ist, das bereits im kommenden Jahr die ersten Projekte umgesetzt werden können.

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