Kiku
03/12/2019

Mehr Umweltschutz, weniger Baustellenlärm, keine Armut!

Kinder-KURIER- und SchauTV-Reportage bei einem der vielzähligen Workshops von „Werkstadt Junges Wien“ – in einer Volksschule.

Ein Eis-Automat bei jeder Bim-Haltestelle, Schoko für alle und jederzeit ... So und ähnlich lauteten die Ansagen Erwachsener als sie hörten, dass Kinder-KURIER und SchauTV eine Reportage von einem Kinder-Workshop über Zukunfts-Ideen für Wien machen wollen. Ach, welche Augen werden sie – und so manch andere – machen, wenn sie hier lesen (sehen/hören – wann der TV-Beitrag on air geht, ist noch unklar), was Kinder einer der dritten Volksschulklassen in der Grünentorgasse (Wien-Alsergrund) an diesem Vormittag erarbeitet haben. Und das ganz ohne (Themen-)Vorgaben und Einschränkungen - um das gleich hier klarzustellen.

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Die wichtigsten Punkte

Oben „prophezeite“ Vorschläge kamen kein einziges Mal, nicht einmal solche von einer Rutsche vom Schulhaus in den -garten usw. Das ergeben übrigens auch erste Ergebnisse aus anderen (Schul-)Gruppen. Zentrale, mehrmals genannte, Vorschläge bei dieser Werkstadt:

  • Mehr für die Umwelt und gegen deren Verschmutzung tun, mehr Rauchverbote UND Kinder und Jugendliche unterstützen, die für Klimaschutz demonstrieren
  • Nervenden Baustellen-Lärm bekämpfen – mehr Bauarbeiter, um jede Baustelle schneller zu beenden UND Lärm- bzw. Ohrenschutz für Menschen, die bei einer Baustelle wohnen und für die, die vorbeigehen.
  • Weniger Autoverkehr – mehr autofreie Straßen – zumindest für einige Stunden am Tag, weniger Fahrspuren, mehr Grün an viele Straßenrändern, mehr Zebrastreifen.
  • Mehr tun, um armen Leuten zu helfen: Häuser, wo Obdachlose wohnen können und essen kriegen sowie mehr Busse, die Essen und Kleidung für Arme auf der Straße bringen UND, dass es genug Arbeit für alle gibt.
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Tausende Kinder und Jugendliche

„Werkstadt Junges Wien“ heißt die mehrmonatige Aktion der Stadtregierung – und -verwaltung. Für einen Strategieplan Kinder und Jugend sollen erstmals möglichst viele jener Menschen zu Wort kommen, die Fachleute dafür sind, eben Kinder und Jugendliche. Bisher haben sich schon Hunderte Klassen und (Hort-)Gruppen angemeldet, dabei mitzumachen. Bis Ende Mai werden die Ideen und Rückmeldungen gesammelt. Noch vor Schulschluss, so Projektleiterin Bettina Schwarzmayr, sollen – gemeinsam mit Sozialwissenschafter_innen die Vorschläge für den Strategieplan aufbereitet werden. Bis zur Ausarbeitung konkreter Maßnahmen werde es dann bis zum Winter dauern. Gedacht ist aber auch daran, so verrät sie dem KiKu, in das Monitoring, also die Überprüfung was aus den jungen Ideen wurde, auch Kinder und Jugendliche wieder einzubinden.

Kinder-KURIER und SchauTV durften zuschauen und -hören, wie Marlene, Ida, Arda, Benjamin, Mika, Matias, Sissi, Kayla, Melani, Adelina, Lejla, Asia, Rebeka, Jakob, Paulina, Marlena aus der 3c mit Romina und Musti vom Verein Juvivo, der auch viel Parkbetreuung leistet, gearbeitet haben. Die beiden organisierten an diesem Vormittag den Ablauf der großen und kleinen Runden, hatten Material dafür vorbereitet und leiteten eine Einstiegsrunde, bei der es um möglichst genaues Beobachten ging. Auf einer Art stilisiertem Wimmelbild von Wien suchten die 8- und 9-Jährigen, was sie alles entdecken konnten – von ihnen Bekanntem und (noch) Unbekanntem.

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Medaillen ...

Danach bekamen sie orangefarbene runde Papierscheiben – Medaillen genannt –, auf die sie schreiben – und natürlich zeichnen – konnten, was ihnen in Wien gefällt. Hellblaue, dreieckige „Warn-Schilder“ waren für das gedacht, was den Kindern nicht gefällt. Das machte jede und jeder einzeln für sich. Mehrere Medaillen gab’s für Schwimmbäder, den Prater und Spielplätze sowie Bewegungsmöglichkeiten aber auch für Schulen und Umweltschutz sowie „leckeres Kebab“, einzelne Medaillen für Ärzt_innen, Hundezonen und dafür, dass es in Wien sicher ist sowie, dass es keine Kinderarbeit (!) gibt.

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... und Warnschilder

Auf den Warnschildern fand sich mehrfach Umweltverschmutzung – inklusive Menschen, die einfach den Mist auf die Straße werfen, zu viel Autoverkehr samt Abgasen, zu wenig Zebrastreifen, zu viel und zu langer Baustellenlärm, dass zu viel geraucht werde, es zu viele arme Menschen gibt. Zu dicht besetzte U-Bahnen, oft nicht funktionierende Rolltreppen sowie Betrunkene, die Leute im Park anpöbeln.

fotos aus der Arbeit in der Werkstadt in der 3c der VS Grünentorgasse

Einzeln ...

... schreiben ...

... und zeichnen ...

... die Kinder ...

... was gefällt  ...

... und was nicht ...

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Nun einige Beispiele ...

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Dann arbeiten die jungen Expert_innen ...

... in Gruppen ...

... Vorschläge zu je einem ...

... der Themen, die sich ...

.... aus ihren ...

... Medaillen und Warnschildern ...

... ergeben ...

... haben ...

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Gruppen-Vorschläge

Nachdem alle Kinder einzeln ihre Medaillen und Warnschilder festgehalten hatten, ergaben sich hier in dieser Klasse vier thematische Gruppen, in denen die jungen Werkstädter_innen jeweils gemeinsam Vorschläge erarbeiteten. Die Ergebnisse sind in diesem Artikel schon oben vorweggenommen. Nachdem sich für eine weitere Werkstadt Politiker_innen des Bezirks angekündigt haben, wollen die Kinder bis dahin auf dem Weg von der Schule nach Hause nochmals die Augen offenhalten, um beispielsweise genau zu schauen, wo sie Zebrastreifen vermissen und ihnen vielleicht noch weitere konkrete Vorschläge einfallen, die auch der Bezirk umsetzen kann.

https://werkstadt.junges.wien.gv.at/site/

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Weitere Schnappschüsse

Bevor sie auf  Medaillen und Warnschilder ...

... schreiben und zeichnen, ...

... finden sich ...

... in der Pause Spielideen damit

Der Materialien-Koffer für die Werkstadt

Suchen und finden ...

...  auf der Wimmel-Karte ...

... von Wien ...

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Nach der Ideensammlung ...

...  Diskussion im Sesselkreis ...

... Manche nutzen die Pause, um zu lesen!

wo heute die Volksschule Grünentorgasse steht, stand schon zuvor ein altes Schulhuas. In dem war der Komponsit Franz Schubert Schulgehilfe, weshalb die heutige Schule sich auch seinen Namen gegeben hat.