Wiener Seniorenheim: 20 Bewohner bekamen falsche Medikamente
In einer Einrichtung von Häuser zum Leben in Wien-Leopoldstadt kam es zu einer gefährlichen Panne.
In einem Heim der Wiener Häuser zum Leben sind 20 Bewohnerinnen und Bewohner über einen längeren Zeitraum falsche Medikamente gegeben worden. Das erklärte der Fonds Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP) - Häuser zum Leben am Montag via Aussendung.
Die Teamleiterin des Ambulanzteams sowie die Direktorin des Hauses wurden bereits freigestellt. „Weitere dienstrechtliche Konsequenzen werden folgen“, hieß es. Die Häuser zum Leben sprachen von einem „Personalversagen“.
Zu der gefährlichen Panne kam es in einer Einrichtung von Häuser zum Leben in der Leopoldstadt (Symbolbild).
„Den Betroffenen geht es gesundheitlich gut - alle Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses sowie die Angehörigen der Betroffenen wurden bereits informiert“, hieß es in der Aussendung. Bei zwei Betroffenen stehen noch Labortests aus, um gesundheitliche Folgen zur Gänze auszuschließen.
„So etwas hätte niemals passieren dürfen“
Konkret wurden Medikamente für eine abweichende Tageszeit - etwa mittags statt abends - oder bereits abgesetzte Medikamente weiter übergeben. In wenigen Fällen wurden verschriebene Medikamente in abweichendem Ausmaß oder nicht verschriebene Medikamente übergeben. Geschäftsführer Christian Hennefeind bedauerte die Pannen am Montag.
„Die Sicherheit unserer Bewohnerinnen und Bewohner hat oberste Priorität, so etwas hätte niemals passieren dürfen“, sagte der Chef der Häuser zum Leben. Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ), Präsident des Fonds Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser - Häuser zum Leben, erklärte die Vorfälle für „inakzeptabel“. „Die Häuser zum Leben müssen die geplanten Schritte zur Aufklärung schnellstmöglich und in vollem Umfang umsetzen“, sagte er.
Die Häuser zum Leben müssen die geplanten Schritte zur Aufklärung schnellstmöglich und in vollem Umfang umsetzen.
Gesundheitsstadttrat
Demnach wurde nach Feststellung der Vorfälle im Haus Leopoldau eine zusätzliche Kontrollebene eingezogen. „Bis auf weiteres wird jede einzelne Medikation einer zusätzlichen Kontrolle unterzogen. Damit werden unsere Qualitätsabläufe im Medikamentenmanagement im Haus Leopoldau - wie in allen anderen Häusern - wieder eingehalten“, wurde mitgeteilt.
Ob dem Personal auch strafrechtliche Konsequenzen drohen, steht noch nicht fest. Eine dementsprechende APA-Anfrage an die Pressestelle der Häuser zum Leben war am Montag noch ausständig. Auch die Hintergründe der Vorfälle sind noch unklar. Zur vollen Aufklärung läuft bereits eine umfassende externe Prüfung der Vorfälle samt Gutachten, hieß es. Die zuständige Behörde MA40 sei bereits aktiv.
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