Der Kutscher versuchte erst noch, das Gefährt unter Kontrolle zu bringen, was aber misslang. (Archivbild)

© KURIER/Gilbert Novy

Wien
10/12/2015

Pferde gingen durch: Fiaker von Kutsche überfahren

Pferdegespann erst nach über einem Kilometer von Polizisten angehalten.

Ein 51 Jahre alter Fiaker ist am Sonntagabend bei einem Unfall in Wien-Leopoldstadt schwer verletzt worden. Er wurde von der eigenen Kutsche überfahren, nachdem die Pferde durchgegangen waren. Der Mann wurde vom Wiener Rettungshubschrauber ins Spital geflogen. Das Pferdegespann war dann mehr als einen Kilometer als "Geisterkutsche" unterwegs, ehe es von Polizisten angehalten werden konnte.

Herrenlose Kutsche

Kurz nach 18.00 Uhr erschraken die Tiere bei der Kreuzung von Rustenschacherallee und Rotundenallee neben dem Prater. Der Kutscher versuchte erst noch, das Gefährt unter Kontrolle zu bringen, was aber misslang. Nach Angaben einer Zeugin fiel er runter und wurde vom Fiaker überfahren. Die Pferde gingen durch und galoppierten samt Kutsche mehr als einen Kilometer quer durch den Prater. Erst im Bereich der Trabrennstraße gelang es Beamten der Polizeiinspektion Pasettistraße, die herrenlose Kutsche anzuhalten, sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer.

Fiaker schwer verletzt

Der 51-Jährige wurde von der Wiener Berufsrettung am Unfallort notfallmedizinisch versorgt. Er erlitt mehrere Knochenbrüche, Abschürfungen sowie leichte Kopfverletzungen. Zudem bestand der Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung, sagte Rettungssprecher Andreas Huber. Der Wiener Rettungshubschrauber flog den Schwerverletzten in ein Krankenhaus.

Gegenüber der Fiaker-Branche gibt es immer wieder kritische Stimmen. "Warum sollte ich Wurst daraus machen?" - ein Porträt über Fiaker-Sprecherin Martina Michelfeit finden Sie hier.