Warm und trocken sollen es die Samtpfoten in den Katzenhotels haben.

© APA/dpa

Streunerkatzen
02/10/2015

Wien öffnet wieder seine "Katzenhotels"

Kälte und Nässe machen Wiens Streunerkatzen zu schaffen. Die Stadt und "Vier Pfoten" helfen.

von Tanja Teufel

Haube, Schal, Handschuhe und wasserfestes Schuhwerk gehörten dieser Tage für die meisten von uns zur Standardausrüstung, sobald wir das warme, trockene Haus verlassen haben. Katzen haben zwar ein dickes Winterfell, doch das nasskalte Wetter macht auch den Robustesten unter ihnen zu schaffen, vor allem, wenn sie Streuner sind. In Wien können obdachlose Vierbeiner jetzt ein trockenes und windgeschütztes Platzerl zum Aufwärmen und Zurückziehen finden.

Gemeinsam mit der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" nimmt sich die Stadt Wien der winterlichen Notfälle an: Bereits 2013 wurden die ersten Katzenhotels installiert, zu Beginn der Wintersaison 2014/2015 kamen noch einmal 20 solcher Unterkünfte dazu.

Bei so einem Katzenhotel handelt es sich um einen stabilen Kasten aus Vollholz, der bis zu drei Katzen einen gedämmten und windgeschützten Schlafplatz bietet.

Zusätzlich gibt es einen Vorraum, der für die Fütterung verwendet werden kann, und schließlich ein aufklappbares, regendichtes Dach, durch welches die Katzenhelfer das beretgestellte Stroh auswechseln und die Unterkunft reinigen können.

Die Finanzierung der Katzenunterkünfte kommt von der Stadt Wien gemeinsam mit den "Vier Pfoten". Die Betreuung und Wartung erledigen Freiwillige.

Wer selbst handwerklich tätig werden will, der findet hier einen Bauplan für ein Katzenhotel.

Rund 3000 Streuner in Wien

Die meisten Streuner leben in den Außenbezirken Wiens wie Simmering, Döbling, Floridsdorf und Donaustadt. Laut Irina Fronescu, Mitartbeiterin von "Vier Pfoten", gibt es von ihnen geschätzte 3000, wobei eine genaue Zählung schwierig sei, weil viele scheu und schreckhaft. Der Bedarf an Versorgung ist jedenfalls da. "Fast täglich rufen Bürger an, um uns über einzelne Streuner oder ganze neue Katzenkolonien zu informieren", erzählt Fronescu dem KURIER.

Die Anrufe bzw. die Betreuung von Futerstellen oder Katzenhotels sind nicht nur hilfreich dabei, den Streunerkatzen das Leben in der Stadt zu erleichtern. Ein Problem ist laut "Vier Pfoten" auch die explosionsartige Vermehrung der verwilderten Tiere. Aus einem einzigen Katzenpaar könnten - theoretisch - innerhalb von zehn Jahren mehr als 80 Millionen Nachkommen entstehen.

Kastrationsprojekt

Um die Population zu regeln, wurde im Frühjahr 2013 mit der Stadt Wien ein gemeinsames Projekt zur Kastration der Tiere gestartet. Bereits im Jahr 2006 hat die Tierschutzombudsstelle Wien ein Streunerkatzen-Kastrationsprojekt initiiert, das in Zusammenarbeit mit der MA 60, dem Veterinäramt der Stadt Wien, realisiert wurde.

Ein Team von "Vier Pfoten" fängt die noch nicht kastrierten Katzen ein und bringt sie zu den Tierärzten, die für das Projekt übrigens ehrenamtlich tätig sind. Dort werden die Tiere unter Vollnarkose kastriert, gechipt und, falls nötig, zusätzlich behandelt und geimpft werden. Nach ein bis zwei Tagen werden die Katzen wieder an ihren angestammten Ort gebracht und in die Freiheit entlassen.

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