Wien investiert in Klinik-Zubau in Niederösterreich
Psychische Gesundheit ist die Herausforderung unserer Zeit. Mit einem Festakt wurde am Mittwoch im Therapiezentrum Ybbs von der Stadt Wien ein Neubau für Sozialpsychiatrie eröffnet. Während das Land Niederösterreich 30 Kilometer entfernt im Landesklinikum Mauer heuer die Landesausstellung zum Themenkomplex geistige Gesundheit veranstaltet, setzte Wien in Ybbs ebenfalls ein markantes Zeichen.
Mit der Investition von über 18 Millionen Euro in den Standort in der nö. Donaustadt gaben die Wiener Spitalsverantwortlichen auch ein klares Bekenntnis zum Standort Ybbs ab. Dieser sei nämlich vor etlichen Jahren auch schon einmal hinterfragt worden, berichtete Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bei der Eröffnung. In dem zum Wiener Gesundheitsverbund gehörenden traditionsreichen Therapiezentrum wurde der neue Gebäudekomplex im historischen Ensemble eingepasst.
Nach zweijähriger Bauzeit stehen nun 64 Einzelzimmer sowie sechs Wohngruppen für Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen zur Verfügung. Der moderne und komfortable Neubau ergänzt die beiden bestehenden Wohn- und Therapiehäuser.
Chronisch Kranke
Im neuen sozialpsychiatrischen Komplex werden Personen mit vorwiegend chronisch psychiatrischen Erkrankungen in Wohngruppen langfristig therapiert. Die Einzelzimmer schaffen mehr Komfort und Privatsphäre und unterstützen den Stressabbau. Im Zentrum Ybbs sind derzeit 323 Patienten in der psychiatrischen Klinik und in der Sozialtherapie in Behandlung. Sie stammen großteils aus Wien, aber auch aus NÖ.
Das Zentrum ist im Wiener Gesundheitsverbund integriert. Es sei seit vielen Jahren ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung, sagte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Ganz bewusst investiere man in hochwertige und zeitgemäße Vorsorge. Die werde in Wien großgeschrieben, gleichzeitig übernehme man überregionale Verantwortung, so Ludwig. „Wir sichern Arbeitsplätze für 700 MitarbeiterInnen in der Region und werden überschüssigen Sonnenstrom, den wir hier produzieren, ins öffentliche Netz einspeisen. Wien und Niederösterreich sind heute erneut ein Stück näher zusammengewachsen“, sagte Ludwig.
Über die Investition und das Signal weiterhin voll auf den Standort Ybbs zu setzen, zeigte sich die Ybbser Bürgermeisterin Ulrike Schachner (SPÖ) sehr glücklich. „Das Therapiezentrum setzt in unserer Stadt Akzente. Viele der hier Beschäftigen leben hier und sorgen für Belebung in allen Bereichen“, so Schachner im KURIER-Gespräch. Das großflächige Zentrum, das fast die Dimensionen eines ganzen Stadtteils einnimmt, werde von der Gemeinde Wien vorbildlich geführt und gepflegt, so Schachner.
Die Wiener Einrichtung in Ybbs hat jedenfalls Tradition. Seit 1817 werden hier Patienten aus Wien versorgt.
Ideale Lage
Nicht nur die idyllische Lage an der Donau hat dazu beigetragen, dass sich das schlossähnliche Gebäudeensemble im Laufe der Jahrzehnte als idealer Ort vor allem für die Langzeitbehandlung bei psychiatrischen Erkrankungen sowie bei psychischen Krisen oder Suchterkrankungen erwiesen hat.
„100 Kilometer Entfernung können unter Umständen entscheidend sein, wenn die gewohnte Umgebung nicht immer die beste zum Gesundwerden ist“, erklärte die Generaldirektorin des Wiener Gesundheitsverbundes Evelyn Kölldorfer- Leitgeb. Das Zentrum zeichne sich durch moderne und innovative Therapiekonzepte aus, es sei deshalb nur konsequent, „dass wir den Standort im Rahmen unserer großen Investitionsprogramme weiterentwickeln“, sagte sie.
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