Renate Brauner und Gerhard Hirczi im Gespräch mit dem KURIER.

© PID/David Bohmann

Wirtschaft
03/14/2017

Wien möchte vom Brexit profitieren

178 internationale Ansiedlungen im Vorjahr. Aus England sollen weitere dazukommen.

von Bernhard Ichner

2015 setzte sich Wien gegen Singapur, Dublin und das deutsche Biberach durch. Und zwar in der Gunst des deutschen Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim – obwohl dieser in Letzterem eine der größten biopharmazeutischen Produktionsanlagen Europas betreibt. Das neue Institut für molekulare Pathologie entstandt dennoch in Wien. Am 6. April erfolgt in Neu-Marx zudem der Spatenstich für eine neue Produktionsanlage. Investitionssumme: eine halbe Milliarde Euro.

Nicht minder groß war 2016 die Freude bei der Wirtschaftsagentur, als sich mit „Atos“ der größte IT-Dienstleister Europas entschied, in der Seestadt Aspern eine Niederlassung mit 40 Mitarbeitern zu eröffnen. Insgesamt zählte man 2016 in Wien 178 neue internationale Ansiedlungen, berichtet Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (SPÖ). Das ist Rekord und brachte 288,8 Millionen Euro an Investitionen. Wien liegt damit im Bundesländervergleich (weit) vor Salzburg an erster Stelle.

Die Unternehmen kamen aus Deutschland, Russland, Ungarn, Italien sowie aus den USA. Immer begehrter wird Wien zudem als Headquarter-Standort für Märkte in Zentral- und Osteuropa, erklärt Gerhard Hirczi, der Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur. 2016 betrug der Bestand 221. Ebenfalls ein neuer Höchstwert.

EMA auf der Wunschliste

Das ist zum einen der geopolitischen Lage, dem Renommee als „Life-Science“- und EDV-Standort und der von Mercer und UN mehrfach bestätigten hervorragenden Lebensqualität geschuldet. Und zum anderen den Aktivitäten der Stadt, die die Unternehmen bei Grundstückssuche, Behördenwegen und Förderansuchen unterstützt sowie deren Personal beim Andocken in Wien berät. Im Expat-Center der Wirtschaftsagentur werden pro Jahr 1000 bis 1500 Personen betreut

Da man nicht gewillt sei, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, bemühe man sich derzeit, die europäische Arzneimittel-Behörde EMA mit 900 Mitarbeitern von London nach Wien zu bekommen, so Brauner.

Sowie noch weitere Unternehmen, die durch den Brexit im Begriff sind, das Vereinte Königreich zu verlassen. Um dies zu begünstigen, beackere man derzeit in erster Linie die USA, Japan und Australien, wo die Stammhäuser jener Unternehmen sitzen, die ihre Europazentralen zurzeit noch in England betreiben.

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