An der Eingangstür zur Atib-Moschee prangt ein riesiges Hakenkreuz.

© /Islamische Föderation Wien

Meidling
02/01/2015

Wien: Hakenkreuze auf Moschee

Selfet Yilmaz vom Verein Atib spricht von einer "besorgniserregenden Situation".

von Julia Schrenk, Dominik Schreiber

Ein riesiges Hakenkreuz auf der Eingangstüre. Zwei weitere an den Fenstern. So sah die Moschee des Vereins Atib in der Schönbrunner Straße in Wien-Meidling Sonntagfrüh aus. In der Nacht hatten unbekannte Täter die Moschee mit Hakenkreuzen beschmiert. Beim Verein Atib, der die Moschee betreibt, ist man betroffen. "Die Stimmung ist besorgniserregend. Aber wir werden nicht nervös werden und überreagieren, sondern kühlen Kopf bewahren", sagt Selfet Yilmaz, Sprecher des Vereins.

Besorgniserregend sei der Vorfall vor allem deshalb, weil er in eine Serie islamfeindlicher Aktionen eingereiht werden kann. Kurz nach Weihnachten legten bislang unbekannte Täter eine Schweinsnase und Innereien vor die Tür der Kocatepe-Moschee in Wien-Floridsdorf. Im September überklebten Unbekannte die Straßenschilder in der Nähe der Moschee: Die Kugelfanggasse wurde zur "Shariagasse", auf dem Straßenschild der Spanngasse stand plötzlich "James Foley. enthauptet". Darüber, wer hinter den Hakenkreuz-Schmierereien auf der Atib-Moschee in Meidling stecken könnte, will der Verein keine Vermutungen anstellen.

Provokation

"Vielleicht war es eine Provokation. Wir werden das Zusammenleben in Österreich jedenfalls weiterhin fördern", sagt Selfet Yilmaz. Auch wenn der Verein nun überlegt, Überwachungskameras zu installieren: "Wir wollen das eigentlich nicht, aber offenbar ist die Zeit dafür gekommen." Die Islamische Föderation Wien sieht in dem Vorfall "ein eindeutiges Zeichen dafür, dass diese Angriffe ein rassistisches und islamfeindliches Motiv und gezielt islamische Einrichtungen im Visier haben".

Die Täter sind laut Polizei unbekannt, das Landesamt für Verfassungsschutz ermittelt.

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