Chronik | Wien
17.11.2017

Wien: Lehrer soll türkischen Schüler gewürgt haben - Polizei ermittelt

Ein türkischer Sender berichtet über Gewalt an einer Wiener Schule. Beweise gibt es bis dato aber keine.

"Skandal in Österreich: In einer Hauptschule in Wien Floridsdorf prügelt ein Lehrer türkische und syrische Schüler" - diese Meldung verbreitet ein türkischer Nachrichtensender via Facebook. Dazu veröffentlicht er Fotos von blauen Flecken an Hals und Beinen eines nicht erkennbaren Burschen.

Bewiesen ist das zwar noch bei Weitem nicht, der Wiener Stadtschulrat bestätigt aber einen Vorfall an einer Floridsdorfer NMS. KURIER-Informationen zufolge handelt es sich um jene in der Adolf-Loos-Gasse.

Dort soll ein junger Lehrer am Dienstag einen türkischstämmigen und einen syrischstämmigen Schüler (beide 14 Jahre alt) angegriffen und gewürgt haben. Das behaupten zumindest die Jugendlichen. Es steht aber Aussage gegen Aussage. Der Pädagoge beteuerte in einer schulischen Niederschrift seine Unschuld. Er gab an, die Buben hätten auf dem Gang miteinander gerangelt und er habe sie bloß voneinander getrennt. Die Schüler werden als "auffällig" beschrieben.

Eltern erstatteten Anzeige

Laut Polizei erstatteten jedoch die Eltern der beiden Buben noch am Dienstagabend Anzeige wegen des Verdachts der Körperverletzung.

Aus diesen Aussagen dürfte die Behauptung stammen, der Lehrer habe die Kinder verprügelt. Die Polizei nahm daraufhin Ermittlungen auf. Die Schüler wurden bereits einvernommen. Zeugen für den Vorfall gibt es bis dato keine. Kommende Woche muss auch der Lehrer zu den Vorwürfen Stellung nehmen.

Sollte sich der Vorwurf als wahr herausstellen, hätte das disziplinäre und strafrechtliche Konsequenzen für den Lehrer. Erweist sich die Behauptung der Schüler aber als erfunden und sollte sich herausstellen, dass sie sich die blauen Flecken selbst beigefügt haben, droht den bereits strafmündigen Burschen eine Anzeige wegen Verleumdung.

Die Mühe einer tiefergehenden Recherche bei Stadtschulrat oder Polizei hat sich der türkische Nachrichtensender übrigens nicht gemacht.