14 Verletzte: Kreuzfahrtschiff kracht gegen Schleuse Freudenau in Wien
Ein ungewöhnlicher Unfall passierte Freitagfrüh auf der Donau bei der Schleuse Freudenau in Wien: Das Flusskreuzfahrtschiff „MS Anna Katharina“ mit rund 200 Passagieren an Bord war stromaufwärts unterwegs und rammte die Kaimauer sowie ein Schleusentor, wie die Gratiszeitung Heute zuerst berichtet hatte. Der Zusammenstoß dürfte sehr heftig ausgefallen sein, da der Bug des Schiffes stark beschädigt ist, wie Fotos zeigen.
Die Berufsfeuerwehr Wien war mit zahlreichen Einsatzkräften am Ufer und am Wasser vor Ort. „Der Unfall ist gegen 4 Uhr Früh passiert. Es gab an Bord mehrere verletzte Personen“, berichtete Feuerwehrsprecher Gerald Schimpf gegenüber dem KURIER. Durch den harten Aufprall waren zahlreiche Bootsinsassen zu Sturz gekommen. Bei den Passagieren handelt es sich großteils um Österreicher und Deutsche.
Die Schleuse, an der der Unfall passiert ist.
Die Berufsrettung wurde gegen 3.45 Uhr alarmiert. „Wir sind runtergestiegen ins Schiff und haben eine Erstsichtung durchgeführt, damit wir einschätzen können, wie schwer die Verletzungen sind. Aber Gott sei dank hat sich herausgestellt, dass alle nur leicht verletzt sind“, berichtete Rettungssprecher Daniel Melcher.
Insgesamt wurden 14 Passagiere verletzt, von denen sechs ins Spital gebracht wurden. „Die Patienten haben über Prellungen geklagt, Schmerzen im Rücken-, Brust- und Nackenbereich, weil es sie durchgeschüttelt hat beziehungsweise sie wo dagegen geflogen sind.“ In kritischen Zustand war aber niemand.
Rettung als Herausforderung
Glücklicherweise war auch keiner der Passagiere über Bord gegangen. Die Rettung der Personen gestaltete sich für die Einsatzkräfte jedoch als Herausforderung: Da sich das Schiff mehrere Meter unterhalb der Hafenmauer befand, wurden fünf Personen mittels Drehleiter vom Schiff gebracht, zwei Personen wurden mittels Feuerwehrboot ans Ufer gebracht, berichtete die Berufsfeuerwehr.
Die Rettung der Personen gestaltete sich als schwierig.
„Haben kontrolliert, ob Personen im Wasser sind“
„Wir haben vor Ort dann auch kontrolliert, ob Personen im Wasser sind und das Schiff sicher ist. Auch mögliche Schäden am Schiff unterhalb der Wasserlinie wurden kontrolliert“, erklärte der Sprecher der Berufsrettung weiter.
Die restlichen Passagiere konnten anschließend auf ein anderes Schiff umsteigen. Nach der Sicherung des Schiffes am Ufer wurde der Einsatz der Feuerwehr beendet.
Keine Löcher entstanden
Zugleich wurde sichergestellt, dass durch die Kollisionen keine Löcher entstanden waren, durch die Wasser eindringen könnte. Das Schiff schlug also nicht leck, der Schaden dürfte aber erheblich sein.
Das Schiff liegt nun vertaut an der Mauer.
Nach der Sicherung der „MS Anna Katharina“ am Ufer wurde der Einsatz der Feuerwehr, die mit 60 Einsatzkräften und 18 Fahrzeugen ausgerückt war, um 6.30 Uhr beendet.
Schiffsverkehr läuft auf einer Schleuse
Wie ein KURIER-Lokalaugenschein am Freitagvormittag zeigt, liegt das Schiff derzeit vertaut an der Seite der Mauer. „Der Schiffsverkehr läuft wieder, wir haben eine Schleuse geöffnet. Die zweite Schleuse, an der der Unfall passiert ist, wird jetzt untersucht“, sagte eine Sprecherin der „via donau - Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH“.
Die Behörden müssten nun die Schäden an der Mauer und dem Schiff prüfen. „Da es sich um Kraftwerksgelände handelt, untersucht das der Verbund. Die schauen sich das Tor an und entscheiden dann, wann es wieder einsatzfähig ist. Das wird uns signalisiert, und wir können die zweite Schleuse wieder freigeben“, erklärte die Sprecherin. Wie lange das Flusskreuzfahrtschiff nun dort liegen wird, steht demnach noch nicht fest.
Zwölf Unfälle auf der Donau
Grundsätzlich passieren auf der Wasserstraße im Vergleich zum Straßen - und Zugverkehr die seltensten Unfälle. Laut dem Jahresbericht der „via donau“ ereigneten sich im Jahr 2024 (aktuellste Zahl) insgesamt zwölf Unfälle auf der Donau, neun davon aufgrund von Schleusen - wie im aktuellen Fall rund um die „MS Anna Katharina“.
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