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Endgültiges Aus für Inklusionsprojekt in Wien: Petition erfolglos

Die Stadt Wien strich ein Projekt, das jungen Erwachsenen mit Beeinträchtigungen geholfen hat, einen Job zu finden und am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Eine Petition, die um den Erhalt kämpfte, scheiterte jedoch.
Mitarbeiter in einer Drogerie scannt Waren an der Kasse und tippt am Computer.

Stabilität und Selbstvertrauen – diese Eigenschaften wollte das Projekt „Pilot“ Klientinnen und Klienten vermitteln, die auf Jobsuche waren. Besonders für Menschen mit Beeinträchtigung stellt die Inklusion in den Arbeitsmarkt eine große Herausforderung dar. Genau da setzte das Projekt an, das vom Fonds Soziales Wien (FSW) finanziert wurde.

33 Männer und Frauen fanden hier in den vergangenen zehn Jahren Beratung und Unterstützung, elf davon haben mittlerweile eine Teilzeit- bzw. geringfügige Anstellung gefunden. Dieses Projekt gibt es nun nicht mehr. Die Stadt Wien hat es Ende vergangenen Jahres gestrichen.

Über 500 Unterschriften

Daraufhin wurde eine Petition ins Leben gerufen, bei der mehr als 500 Menschen für den Erhalt des Inklusionsangebots gestimmt haben. Die Petition brachte allerdings nicht den erhofften Erfolg, Ende Juni entschied der Vorstand von Integration Wien, das Projekt endgültig zu beenden. Zuvor war es noch sechs Monate von Rücklagen finanziert worden.

„Trotz zahlreicher Gespräche, der Suche nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten und intensiver Bemühungen ist es nicht gelungen, die notwendigen finanziellen Mittel langfristig sicherzustellen“, wurde betont. „Diese Entscheidung hat der FSW nicht leichtfertig getroffen. Sie basiert auf einer Gegenüberstellung von Kosten sowie Kennzahlen zur Wirksamkeit der einzelnen Projekte“, hieß es damals vom FSW auf KURIER-Anfrage. Zudem würden 14 Projekte der Berufsqualifizierung bzw. Berufsintegration auch 2026 weiterhin gefördert werden.

Ein schwieriger Übergang

Die Entscheidung, das Projekt gänzlich zu streichen, sei jedenfalls sehr schwer gewesen, heißt es von ehemaligen Mitarbeitern. Gerade in den vergangenen Monaten hätte sich noch einmal gezeigt, wie groß der Bedarf an personenzentrierter Begleitung junger Menschen mit Behinderungen am Übergang von der Schule in das Berufsleben sei.

Der KURIER hat mit einer Familie gesprochen, die an dem Inklusionsprogramm teilgenommen hatte. Bei der Entscheidung, das Projekt einzusparen, sei viel zu wenig über die Auswirkungen für die Betroffenen und ihre Angehörigen nachgedacht worden, betonte Waltraud Wagner-Müller, deren Sohn für ein Jahr lang Teil des Projekts war. „Alle, die durch dieses Projekt gehen, haben Freude an der Arbeit. Michael war das letzte Jahr nie krank, und ich weiß von vielen anderen, dass dadurch eine Therapie nicht mehr nötig war und auch Medikamente reduziert werden konnten“, berichtete sie.

„Begleitung durch Eltern“

Auch Wagner-Müller hatte – wie viele andere betroffene Eltern –, die Petition unterschrieben. Dabei sei es ihr nicht nur um die Kinder, sondern auch die anderen Familienmitglieder gegangen, wie sie betonte. „Nach der Einsparung ist nämlich wieder die verstärkte Begleitung durch Eltern notwendig. Diese kann aber nie die professionelle Begleitung des Pilot-Projektes ersetzen.“

Bei den ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Inklusionsprogramms hat man die Hoffnung, das Projekt doch noch weiterzuführen, noch nicht zur Gänze aufgegeben. „Wir sehen das nicht als endgültigen Abschied. Sobald sich neue Möglichkeiten ergeben, möchten wir alles daransetzen, wieder ein entsprechendes Angebot aufzubauen“, betonte man.

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