„Leises Sterben“ der Hotellerie: Wiener FPÖ fordert Entlastung

Die FPÖ fordert von Wien die Erhöhung der Ortstaxe auszusetzen. Im Bund soll die Trinkgeldpauschale zurückgenommen werden.
Aufschrift Hotel vor einem Eingang.

Wien verzeichnete 2025 mit 20 Millionen Nächtigungen einen neuen Rekord. Die Meldungen vom boomenden Tourismus will die FPÖ nicht glauben. „In Wahrheit kämpfen viele Betriebe mit massiv gestiegenen Kosten und enormem wirtschaftlichen Druck ums Überleben“, sagte Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp gestern.

Schützenhilfe kam von Hotelier Gerald Kern, der ein Hotel mit 20 Mitarbeitern in Meidling führt. Er sprach von einem „leisen Sterben“ in der Branche, es gehe seit fünf Jahren nur noch darum, „irgendwie die nächsten Lohnkosten bezahlen zu können“. 

Als besonders problematisch sieht der Hotelier neue Belastungen durch die Erhöhung der Wohnbauförderung, die vom Lohn abgezogen wird, sowie pauschalierte Trinkgeldregelungen für Sozialversicherungsbeiträge. Kern würden dadurch bei 20 Mitarbeitern heuer 5.178 Euro Mehrkosten entstehen.

Wien als „Abzockerhauptstadt Europas“

Durch die Erhöhung der Ortstaxe von fünf auf acht Prozent ab 2027 werde Wien als „Abzockerhauptstadt“ Europas Schlagzeilen machen, warnte Kern. Kritik übte er auch an internationalen Buchungsplattformen wie Booking.com, die hohe Provisionen von 20 bis 25 Prozent einstreichen würden.

Gerald Zmuegg, Geschäftsführer bei „KMU Finanzinsider“ ergänzte, dass die Nächtigungszahlen zwar steigen, aber vor allem in Ferienwohnungen und nicht in klassischen Hotelbetrieben.

Die FPÖ forderte daher, dass die Erhöhung der Ortstaxe zwei Jahre ausgesetzt sowie jene der Wohnbauförderungsbeiträge gänzlich zurückgenommen wird.

Auf Bundesebene solle sich Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) für die Rücknahme der Trinkgeldpauschalen einsetzten. Außerdem müsse die Stadt Druck aufbauen, „damit Provisionen von großen Plattformen begrenzt werden“.

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