Rekordjahr für den Tourismus und was jetzt auf die Wiener wartet
Wer in Wiens Innenstadt unterwegs war, hatte es schon im Gefühl. Jetzt gibt es aber die genauen Zahlen: Im Jahr 2025 verzeichnete Wien rund 8,6 Millionen Gäste, ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2024 und so viele wie noch nie.
Die Nächtigungen stiegen um sechs Prozent auf 20 Mio. an. Damit schreibt die Stadt das beste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, wie Norbert Kettner, Chef von Wien Tourismus, und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (SPÖ) am Mittwoch verkündeten.
Umsätze auf Rekordkurs
Auf Rekordkurs sind auch die Beherbergungsumsätze: Von Jänner bis November wurden 1,3 Mrd. Euro umgesetzt, die Zahlen für Dezember sollen nächste Woche ausgewertet sein. „Die bisherige Höchstmarke von 1,4 Mrd. Euro aus dem Jahr 2024 werden wir mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit überschreiten", kündigte Novak an.
Der Grund für die positive Vorhersage: Ein paar Kennzahlen für den Dezember gibt es schon jetzt. Mit rund 2,2 Mio. Nächtigungen verzeichnete man ein Plus von neun Prozent. Die Zimmerauslastung lag bei 90 Prozent (2024: rund 87 Prozent).
17 neue Hotels im Jahr 2025
Insgesamt ist Wien damit gemessen an der Wertschöpfung hinter Tirol das zweitstärkste Tourismusland. Ebenfalls erfreulich für die Branche: In Wien gibt es in Summe 17 Hotelbetriebe mehr als noch im Jahr 2024. Insgesamt stehen Gästen damit 84.600 Betten in 450 Häusern zur Verfügung.
Das Tourismusjahr 2015 in Zahlen
Die meisten Touristen stammen mit 3,5 Mio. Nächtigungen aus Deutschland, gefolgt von Österreich (3,3 Mio. Nächtigungen). Die USA liegen mit 1,2 Mio. Nächtigungen an dritter Stelle - gemessen am Umsatz im Bereich der 5-Stern-Hotellerie aber auf dem ersten Platz.
Die Rückkehr chinesischer Touristen
Die Zahlen der chinesischen Touristen brachen im Laufe der Pandemie ein, ihre Rückkehr wurde in Wien lange herbeigesehnt. Vor Corona war Wien nach Paris und London die am stärksten besuchte Städtedestination chinesischer Gäste in Europa.
- Gemessen an den Nächtigungen:
1. Deutschland, 2. Österreich, 3. USA, 4. Italien, 5. Großbritannien, 6. Spanien, 7. Frankreich, 8. Polen, 9. die Schweiz und 10. Rumänien
- Gemessen am Umsatz:
1. Deutschland, 2. Österreich, 3. USA, 4. Italien, 5. Großbritannien, 6. Spanien, 7. Frankreich, 8. Schweiz, 9. Polen und 10. China
Erstmals seit der Pandemie ist China gemessen am Umsatz von 26,3 Mio. Euro nun wieder unter den Top 10 Herkunftsländern - gerade noch, nämlich auf Platz 10. Mit 365.000 Nächtigungen gibt es zwar ein Plus von 22 Prozent, was aber immer noch nur gut zwei Drittel des Vorkrisenniveaus entspricht.
Novak: Zahlen von Airbnb gehen zurück
"Wir wissen, dass in Europa einige Städte sehr darunter leiden, dass die Bevölkerung durch den Tourismus den Eindruck hat, nicht mehr genug Platz zu finden, und vor allem auch mit Airbnb sehr zu kämpfen haben. Das ist in Wien nicht so und auch Teil der Tourismusstrategie", betonte Novak.
In Wien gebe es über Airbnb rund 8.000 Betten, Tendenz sinkend - dank Kontrollen und einer strengeren Bauordnung, erklärte Novak. Man werde als Stadt alles unternehmen, um die Kapazitäten weiter zu senken.
- Die Bestandsstatistik 2025 weist 84.600 Betten in 42.400 Zimmern von 450 Hotelbetrieben aus. Das sind 17 Betreibe mehr als 2024.
- Rund 60 Prozent des Wiener Hotelbettenangebots sind der 4- und 5-Stern-Kategorie zuzuordnen
- Mit Ende 2025 verfügt Wien über 26 Luxushotels.
Bei Wiens Bevölkerung ist die Tourismusakzeptanz derzeit hoch: Laut repräsentativer Umfrage des Marktforschungsinstitut Manova sehen 9 von 10 der Befragten den Tourismus positiv.
Ende von Kooperationen für Gruppenreisen
Damit der Tourismus den Wienerinnen und Wienern auch künftig nicht zu viel wird, sei man laut Kettner sehr streng, welche Zielgruppen durch Marketing aktiv angesprochen werden. Geworben wird mit einem Marketing-Budget von 15,7 Mio. Euro auch 2026 wieder vor allem um Touristen im Luxus-, Kultur- und Kongresstourismus.
Tourismusbilanz 2025 (v.l.n.r.): WienTourismus-Geschäftsführer Norbert Kettner, Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak, Vorstand der ÖBB-Personenverkehr AG Othmar Frühauf, Austrian Airlines-COO Stefan-Kenan Scheib
Was es bei Wien Tourismus ab sofort nicht mehr gibt: Klassische Kooperationen außerhalb des Luxussegments mit Veranstaltern von Gruppenreisen ohne bestimmten Fokus: "So etwas muss man managen, aber nicht promoten“, erklärte Kettner.
ESC 2026: Gut gebucht, aber nicht ausgebucht
2026 werden in Wien laut Wien Tourismus wieder knapp 50 Großtagungen sowie Großkonzerte im Ernst-Happel-Station von Helene Fischer oder den Toten Hosen stattfinden. Mit einem Höchstwert von Buchungen rechnet Wien Tourismus durch den Eurovision Song Contest von 11. bis 16. Mai.
- 39% der Gäste kamen mit dem Flugzeug, rund ein Drittel (32%) entschied sich für den Zug.
- Ein knappes Viertel (23%) kam mit dem Auto. Der Rest teilte sich auf andere Verkehrsmittel auf.
Ausgebucht werde die Stadt laut Kettner aber nicht sein. Vom ESC 2015 wisse man, dass viele Buchungen wieder storniert werden - weil man beispielsweise kein Ticket ergattert hat: "Wir können alle beruhigen, es wird Kapazitäten geben."
In Richtung der Hoteliers rät Kettner: Goldgräberstimmung sei nicht angebracht, sondern Augenmaß bei der Preispolitik. "Wir glauben nicht, dass die Bäume umsatzmäßig in den Himmel wachsen werden.“
Neue Zugverbindungen und Upgrade für AUA-Flotte
Komfortabler soll es für Reisende bei Austrian Airlines aber auch bei der ÖBB werden. Bei der Bahn wird es neue Angebote unter anderem nach Polen und Tschechien geben, wie eine neue Direktverbindung von Belgrad nach Wien mit einer Fahrzeit von rund sechs Stunden.
Daneben werden weitere Nachtverbindungen auf den Nightjet der neuen Generation upgegradet. Ab Mitte Juni kommt der neue Nightjet auch auf der Verbindung von Wien nach Zürich zum Einsatz
Die AUA kündigt an, dass die Langstreckenflotte ab 2029 ausschließlich aus Boeing 787-9 Dreamlinern bestehen wird. Insgesamt sind drei Dreamliner vorgesehen, der erste soll im Juni in den Betrieb gehen.
Übrigens: Die AUA feiert in diesem Jahr 70. Geburtstag und arbeitet an neuen Uniformen - die Strumpfhosen sollen jedoch rot bleiben, wird versichert.
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