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Grätzl-Ladezonen werden in Wien ausgeweitet

Die speziellen Zonen dürfen im Unterschied zu herkömmlichen Ladezonen auch von Privatpersonen genutzt werden. Weitere Standorte sind in mehreren Bezirken in Planung.
Grätzl ladezone

In der Josefstadt wurde vor knapp mehr als einem Jahr die erste Grätzl-Ladezone errichtet. Laut Wirtschaftskammer Wien (WKW) gibt es davon mittlerweile 15 im Bezirk. Diese werden laut WKW nun in immer mehr Wiener Bezirken errichtet.

Neubau hat in der Schottenfeldgasse 35 und 42-44 seine ersten Standorte, ein weiterer sei in Planung.

Grätzl-Ladezonen sollen im Vergleich zu klassischen Ladezonen zwei Vorteile bieten: Einerseits dürfen Grätzl-Ladezonen auch von Privatpersonen genutzt werden. Andererseits werden sie nicht von einzelnen Unternehmen beantragt, sondern gezielt von Stadtplanern dort errichtet, wo der Bedarf am größten ist. 

Standorte werden vom Ladezonen-Rechner, der von der WKW und der TU Wien entwickelt wurde, ausgearbeitet. Die Software berechnet anhand der jeweiligen Umgebung, wo und in welcher Länge eine Ladezone benötigt wird.

Für Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) in Neubau sind die Grätzl-Ladezonen „eine sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Haltezonen im Bezirk und ein wichtiger Beitrag zu einer fairen und zeitgemäßen Nutzung des öffentlichen Raums.“ 

Ausweitung im gesamten Stadtgebiet

Auch in Mariahilf steht eine solche Zone in der Gumpendorfer Straße, weitere sollen laut WKW folgen. „Die Ausweitung der Grätzl-Ladezonen soll sich in Zukunft auf das gesamte Stadtgebiet erstrecken. Bereits in Planung befinden sich Standorte in der Leopoldstadt, in Wieden und in Meidling“, heißt es in einer Aussendung.

Privatpersonen dürfen in Grätzl-Ladezonen zu Lieferzwecken oder für andere kurze Besorgungen für maximal zehn Minuten bzw. für die Dauer des Ladevorgangs halten. Dafür ist ein kostenloser Kurzparkschein erforderlich.

Grätzl-Ladezonen dürfen von Montag bis Freitag (werktags) von 7.00 bis 19.00 Uhr und Samstag (werktags) von 7.00 bis 13.00 Uhr verwendet werden. Außerhalb dieser Zeiten kann die Zone unter Berücksichtigung der Kurzparkzonenregelung zum Parken genutzt werden. 

„Wir Zusteller freuen uns, dass das Konzept der Grätzl-Ladezonen angekommen ist und sie in immer mehr Bezirken errichtet werden“, sagt Gurdial Singh Bajwa, Obmann der Wiener Kleintransporteure.

Bisher musste jede Ladezone einzeln von einem Betrieb beantragt werden. „Das hat gerade in Gegenden, wo es keine oder wenig Betriebe gibt, dazu geführt, dass Lieferanten keine legale Haltemöglichkeit vorgefunden haben. Sie mussten länger nach einer Ladezone suchen und dann weite Wege zu Fuß zurücklegen, was Zeit und Geld kostet. Durch die gezielte Errichtung von Grätzl-Ladezonen werden Lieferanten entlastet und der Straßenverkehr reduziert“, sagt Bajwa.

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