Chronik | Wien
13.03.2013

Gewalttäter terrorisierte Familie

Mann lieferte seine Tochter einem "Freund" aus, der sie missbrauchte. Fünf Jahre Haft für den Gewalttäter.

Als man im August vergangenen Jahres eine Frau mit Schusswunden, Blutergüssen und Rippenbrüchen auf der Straße aufgriff und ins Spital brachte, ahnte noch niemand etwas vom jahrelangen Terrorregime in der Wiener Familie. Erst nachdem sich die 16-jährige Tochter den Pflegeeltern anvertraute, zu denen sie wegen des Krankenhausaufenthaltes der Mutter gekommen war, zeigte sich das wahre Ausmaß.

Ein 47-jähriger sogenannter „Freund der Familie“ hatte das Mädchen regelmäßig missbraucht und die Mutter misshandelt. Beides mit Unterstützung des 41-jährigen Lebensgefährten der Frau und leiblichen Vaters der 16-Jährigen.

Seit 2008 hatte das Martyrium angedauert. Der 47-Jährige zwang den Jüngeren, seine Lebensgefährtin auf den Strich zu schicken und ihm den Lohn abzuliefern. Wenn er nicht parierte, setzte es Hiebe und Tritte. Einmal schoss ihm der Ältere sogar eine Schrotladung in den Unterleib, er dürfte auch auf die Frau geschossen haben.

Strafaktion

Der psychisch beeinträchtige Vater lieferte dem elf Mal vorbestraften Mann auch seine geistig unterentwickelte Tochter aus. Er chauffierte das Mädchen wiederholt zum Gartenhaus der Familie, wo der Gewalttäter schon wartete. Die sexuellen Übergriffe fanden auch im Kinderzimmer oder in einem Park statt. Die Mutter des Mädchens widersetzte sich zunehmend dem Regiment des 47-Jährigen, was dieser mit einer „Strafaktion“ beantwortete. Gemeinsam mit dem Lebensgefährten der Frau misshandelte er sie schwer. So traten sie derartig heftig auf ihre Brust ein, dass im Spital noch die Schuhabdrücke zu sehen waren. Die Frau taumelte dann auf die Straße, wo sie von einem Passanten aufgelesen wurde. Sie schwebte in Lebensgefahr.

Da aber keine Dauerfolgen nachzuweisen waren, kam der Haupttäter mit einem Schuldspruch wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung sowie Missbrauch einer Minderjährigen und der Höchststrafe von fünf Jahren Haft davon. Der Vater des Mädchens bekam 15 Monate Haft, die Angst vor dem Haupttäter wurde als mildernd gewertet.