Für Teile Neustifts könnte eine Bausperre kommen

Neustift am Walde , Reportage , Stadtbildveränderung, 06.08.2013
Der 19. Bezirk macht sich jetzt für eine Bausperre für künftige Bauvorhaben stark.

Die Serie von Abrissen alter Winzerhäuser in der Schutzzone Neustift am Walde (Döbling) führt zu ersten politischen Konsequenzen: Der 19. Bezirk macht sich jetzt für eine Bausperre für künftige Bauvorhaben stark.

Konkret geht es dabei um das Straßenstück zwischen den Adressen Neustift am Walde 80 bis 90. In diesem Abschnitt wurde erst vor wenigen Tagen ein Heurigenlokal nach einem Brand abgerissen. Wenige Wochen zuvor musste ein anderes Haus aufgrund von Einsturzgefahr abgebrochen werden.

An den Standorten – so lautet die Befürchtung vieler Anrainer – könnten künftig Luxuswohnungen entstehen, die nicht in das historische Ortsbild passen (der KURIER berichtete).

Eine Bausperre würde mit Kundmachung des Beschlusses des Gemeinderats verbindlich werden und ist üblicherweise mit zwei Jahren befristet. Sie bewirkt, dass Bauvorhaben nur in engem Zusammenwirken mit den zuständigen Behörden genehmigt werden können.

Im Büro der zuständigen Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) heißt es dazu: „Wir kennen die Lage in Neustift und beobachten sie sehr genau.“

Gestaltungskonzept

Der Döblinger SPÖ-Bezirksrat Sepp Stranig fordert indes ein verbindliches Gestaltungskonzept für die Schutzzonen sämtlicher traditioneller Winzerorte im 19. Bezirk. Dazu gehören neben Neustift auch Grinzing, Sievering und Salmannsdorf.

Mit einem solchen Konzept soll verhindert werden, dass kommerzielle Immobilienentwickler die Baubestimmungen rücksichtslos ausnutzen. Darin sollen für künftige Verbauungen Proportionen, Farbkonzepte und Gestaltungselemente (etwa Dachformen, Fenster etc.) festgelegt werden.

Kommentare