Zukunftsmusik: Fr√ľhestens 2018 werden im Krankenhaus Nord die ersten Patienten behandelt ‚Äď sofern es auf der Baustelle nicht zu weiteren unvorhergesehenen Problemen kommt.

¬© /Architekturb√ľro Albert Wimmer

Wien-Floridsdorf
11/13/2015

Krankenhaus Nord wird noch teurer

14 Prozent Mehrkosten, Fertigstellung des Spitals erst Ende 2017.

von Josef Gebhard

Ein Schelm, wer etwas Böses denkt: Nur kurz nach der Wien-Wahl muss der Krankenanstaltenverbund (KAV) abermals schlechte Nachrichten vom Krankenhaus Nord berichten. Das Großspital in Floridsdorf wird noch einmal teurer und um weitere sechs Monate später fertig, als bisher angenommen.

Aktueller Zwischenstand: Mehrkosten von 14 Prozent (macht insgesamt rund 1,09 Milliarden Euro), Fertigstellung Dezember 2017 statt Juni 2017.

Bis erstmals Patienten in dem 785-Betten-Bau behandelt werden, wird es dann aber noch einige weitere Monate dauern. Erst 2018 soll mit der Übersiedlung der Abteilungen aus den anderen Spitälern begonnen werden.

Es ist bereits das wiederholte Mal, dass der Zeit- und Kostenplan korrigiert werden muss. Begonnen haben die Probleme mit dem Mega-Projekt im Jahr 2012, als sich herausgestellt hatte, dass die Statik-Berechnung f√ľr das Tragwerk falsch ist. Im M√§rz 2014 ging zudem eine der f√ľr den Fassadenbau zust√§ndige Firma in Konkurs. Dadurch geriet der Zeitplan durcheinander.

Um Konflikte mit den Firmen zu vermeiden, die dadurch erst versp√§tet mit dem Innenausbau beginnen konnten, wurde im Fr√ľhjahr dieses Jahres ein sogenannter Clearing-Prozess eingeleitet. Im Zuge dessen wurde auch der neue Fertigstellungstermin festgelegt. Die Begr√ľndung: Das Risiko, dass es durch das unbedingte Festhalten am bisherigen Termin zu weiteren Problemen auf der Baustelle kommen k√∂nnte, sei h√∂her als der Vorteil einer k√ľrzeren Bauzeit, sagt Stephan Fuld, einer der Leiter der Clearingstelle, dazu. Nennenswerte Mehrkosten w√ľrden durch die Verschiebung nicht entstehen. "Das ist praktisch kostenneutral."

Regressforderungen

Die zus√§tzlichen 14 Prozent Kosten erg√§ben sich im Wesentlichen aus Forderungen von Firmen, die mit dem Fassaden-, Innen- und Trockenausbau besch√§ftigt waren, rechnet Thomas Balazs, stellvertretender Generaldirektor des KAV, vor. "Die H√§lfte dieser Mehrkosten soll aber durch die Geltendmachung von Schadenersatzanspr√ľchen, Versicherungszahlungen und Regressforderungen wieder an den KAV zur√ľckflie√üen", ist er √ľberzeugt.

Daf√ľr wird jetzt ein eigenes Forderungsmanagement eingesetzt, das Verursacher von Mehrkosten und sich daraus ergebende Regressanspr√ľche pr√ľfen wird.

> Zum Kommentar von Andrea Hodoschek: "Das nächste Desaster"

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir w√ľrden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierf√ľr keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und √ľberall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.