Chronik | Wien
14.08.2017

Wien: Falsche Polizisten ergaunerten 70.000 Euro

"Bankermittlerbetrug" in Wien: Seniorin gab falschen Polizisten ihre Ersparnisse.

Eine 86-jährige Frau ist Ende Juli in Wien Opfer eines sogenannten Bankermittlerbetrugs geworden. Die bisher unbekannten Täter gaben sich als Kriminalbeamte aus, brachten die Pensionistin dazu, 70.000 Euro abzuheben und ihnen auszuhändigen. Die angeblichen Polizisten hatten ihr weisgemacht, Ermittlungen gegen Bankbeamte zu führen und sie um ihre "Mithilfe" gebeten.

Einer der Täter hatte die 86-Jährige am 24. Juli mehrmals telefonisch kontaktiert und ihr erklärt, die Polizei benötige ihre Hilfe bei Ermittlungen gegen ein Bankinstitut. Die Pensionistin solle dazu in der Bank mehrere Zehntausend Euro beheben und den Betrügern übergeben. Im Glauben, es handle sich um Falschgeld, übergab die Seniorin einem unbekannten Komplizen des Anrufers am 28. Juli insgesamt 70.000 Euro in bar. Die Frau gab an, der Mann habe gut deutsch gesprochen, mit einem leichten ausländischen Akzent. Von den Tätern fehlt seitdem jede Spur.

Die Betrüger hatten der Seniorin vehement eingeredet, dass sie niemandem von den vermeintlichen Ermittlungen erzählen dürfe. Sogar ein Losungswort für die Übergabe - das Geburtsjahr des Opfers - hatten die Betrüger mit ihr vereinbart.

Das ist Trickbetrug, bei dem das Vertrauen zumeist älterer Personen erschlichen wird, sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger am Montag zur APA. Die Täter rufen dabei potenzielle Opfer über eine nicht nachvollziehbare Internetverbindung an. Die Telefonnummer, die am Display erscheint, ist manipuliert und zeigt beispielsweise die Nummer "+43 133 133" oder eine ähnliche Nummer mit Bezug zur Polizei an.

Die Täter geben sich als Polizisten aus, bauen falsches Vertrauen auf und erklären überzeugend, dass sie Ermittlungen gegen Bankmitarbeiter oder ein Bankinstitut durchführen. In weiterer Folge bringen sie die Opfer dazu, ihre Ersparnisse abzuheben und einem der "Beamten" zur Sicherstellung zu übergeben.

Das Bundeskriminalamt rät daher, ältere Verwandte oder Bekannte über diese Art des Betrugs zu informieren und bei Bankgeschäften und Bankomatabhebungen besonders aufmerksam zu sein, ob man beobachtet wird. Niemals sollten Dokumente mit sensiblen Informationen, wie etwa Kontoauszüge, hinterlassen werden. Diese sollten so entsorgt werden, dass Dritte keinen Zugriff darauf haben.

Keinesfalls dürfe man sich außerdem von unbekannten Personen zu Geldbehebungen verleiten lassen. Verdächtige Telefonanrufe bzw. Bankomatabhebungen sollten im Zweifelsfall abgebrochen und die Polizei kontaktiert werden.