Seltener Anblick: „Weißer“ Hirsch in der Donaustadt gesichtet
Eine weiße Hirschkuh auf einem Maisfeld in Wien-Donaustadt.
Naturfotograf Alexander Längauer fängt für seinen Blog „3Anger.at“ die oft unbemerkte Tierwelt im Norden Wiens ein. Dafür streift er im Regionalpark „DreiAnger“, vor allem rund um den Marchfeldkanal und den Norbert-Scheed-Wald in der Donaustadt umher.
Bereits auf dem Weg dorthin gelang Längauer jüngst eine besonders seltene Sichtung: ein „weißer“ Hirsch im Maisfeld im Gebiet Breitenlee.
„Das ist wie ein Lotto-Sechser“, sagt Längauer im Gespräch mit dem KURIER. Mehrere Experten bestätigten ihm, dass es sich dabei mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um ein Rotwild-Schmaltier mit Leuzismus gehandelt hat.
Seltene genetische Störung
Leuzismus ist eine genetische Störung des Pigmentzell-Transports, durch die das Fell weiß bleibt, während Augen, Nase und Schalen gewöhnlich dunkel pigmentiert sind - im Unterschied zum Albinismus, wo neben dem Fell auch Haut und Geweih komplett weiß sowie die Augen rosa oder rot sind.
Beim Leuzismus kann der Körper theoretisch das Farbpigment Melanin herstellen. Die Zellen gelangen jedoch nicht bzw. nicht vollständig in die Haut und das Fell.
Bei dem Tier handelt es sich um ein Rotwild-Schmaltier, vermutlich weiblich und im zweiten Lebensjahr oder um ein spätes Kalb aus dem Vorjahr.
Wo genau er die junge Hirschkuh gesichtet hat, verrät Längauer nicht – aus Sorge vor einem Menschenauflauf. Für Längauer steht der Schutz der Natur im Vordergrund. Indem er die Tierwelt direkt vor unseren Haustüren sichtbar macht, will er zeigen, wie schützenswert sie ist.
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