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Max Stiegls "Otto am Beach": Wiens Jachthafen abseits der Schickeria

Eine Sommerlocation, die man am Radar haben sollte: An der Donaumarina legen selbst Weltreisende an. Seit Kurzem gastiert auch Max Stiegl mit seinem Foodtruck im Hafen.
Ein Foodtruck an der Marina Wien

Die Marina im 2. Bezirk ist Wiens jüngster Jachthafen, weniger elitär und glamourös, als in anderen Städten – und das ist als Kompliment gemeint. An dem Uferabschnitt an der U2-Station Donaumarina treiben bis zu 180 kleinere und größere Sportboote und Jachten im Wasser, das längste ist 15 Meter lang.

Zwischen den Hafenbecken liegt das seit August 2025 geschlossene Maya Garden, ein Restaurant und Beachklub, für den gerne Vergleiche mit Miami und Mykonos bemüht wurden. Naja. In Wahrheit fühlt sich der Hafen entschleunigter und am Boden gebliebener an.

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In der Marina ankern private Jachten. Ab wann ein Boot eine Jacht ist, ist übrigens nicht ganz klar definiert. 

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Rund um den Foodtruck gibt es Sandstrand, schattige Sitzgelegenheiten und Sonnenliegen.

Mit „Otto am Beach“ von Spitzenkoch Max Stiegl als Zwischennutzungsprojekt gibt es seit Kurzem auch wieder Gastronomie, die sich deutlich authentischer als ihre Vorgänger anfühlt.

Vom Berg an den Beach

Statt im pseudo-schicken Restaurant wird man nun aus dem roten Foodtruck verköstigt. Das Gefährt stand für drei Sommersaisonen als „Otto am Berg“ am Otto-Wagner-Areal und ist im Mai vom Berg an den Beach gezogen.

Einen künstlich aufgeschütteten Sandstrand gibt es tatsächlich sowie schattige Sitzgelegenheiten und Liegestühle zum Sonnen, die auch ohne Konsumzwang genossen werden dürfen. Gespielt werden kann Boccia oder Cricket, nur Badeplätze gibt es hier bewusst keine, da das Schwimmen aufgrund des laufenden Schiffverkehrs zu gefährlich wäre.

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Japanisch frittiert: Chicken Karaage ist auch in Wien immer populärer. 

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Den Smash Burger gibt es auch auf Pilzbasis.

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Dirty Fries mit Speck, Kräutern und süßer Currysoße oder die etwas leichtere Variante, die Summer Fries mit italienischer Gremolata. 

Gekocht wird im Foodtruck Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 22 Uhr. Vergrößert wurde mit dem Umzug an die Donau die Speisekarte: Ergänzend zu Smash Burger (15 Euro), Pilz-Burger und Cevapcici gibt es vier Pommes-Varianten, die üppigste mit Steakstreifen (18,50 Euro).

Frittiert wird jetzt auch Tori Karaage (13,50 Euro) – außen perfekt knusprig und innen saftiges Hühnerfleisch von der Oberkeule mit Kimchi, japanischer Sesamsoße und Kewpie-Mayonnaise. Alles hausgemacht versteht sich. Demnächst kommt auch Philly-Cheese-Steak auf die Karte.

Für unter zehn Euro

Wer für unter zehn Euro essen möchte, kann zwischen Gyoza, Käsekrainer mit Öfferl-Brot und Pommes wählen. Man will für jedes Budget etwas bieten, wie Christian Zacharnik sagt, der das Pop-up für Stiegl leitet. „Es soll ein Ort des Versammelns sein, des Essens und Trinkens, nicht exklusiv aber von guter Qualität.“ Ausgeschenkt wird guter Wein aus Wien und Österreich sowie Spritzer und Budweiser. Auch Livemusik hat man in Planung.

Es soll ein Ort des Versammelns sein, des Essens und Trinkens, nicht exklusiv aber von guter Qualität.

von Christian Zacharnik

Pop-up Leiter für Max Stiegl

Bleiben wird das Pop-up vom Spitzenkoch erst mal bis Ende Oktober – und wenn es gut läuft, vielleicht sogar bis zum Sommer 2028. Bis dahin plant der Hafenbetreiber Donauraum Wien, ein Unternehmen der Wien Holding, das Restaurant umzubauen.

„Wir brauchen hier langfristig gute Gastronomie, noch befinden wir uns aber erst in der internen Konzeption“, sagt Co-Geschäftsführer Christoph Caspar. Brauchen würde es jemanden, der die schöne Sommerlocation auch im Winter zu nutzen wüsste. Schließlich wollen auch die Bootsbesitzer versorgt werden.

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Besonders stimmungsvoll ist die Marina  wenn die Sonne untergeht und gegen Abend.

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Sonnenhungrige dürfen die Liegen auch ohne Konsumzwang nutzen. 

Rund 100 Boote ankern hier ganzjährig, von einfachen bis zu kostspieligen Exemplaren. Kostenpunkt für einen Ankerplatz für ein sieben bis acht Meter Boot: 700 Euro im Monat inklusive Wasser und Strom. 

Dafür ist der Hafen auch mit allem Nötigen ausgestattet: einer Motorbootschule, um das Patent zu machen, Tankstelle, Werkstatt und dem Service rund ums Einwintern. Die Kundschaft sei eine witzige Mischung, der klassische Bootsbesitzer aber typischerweise männlich und Mitte 40.

Gegen den Strom

Die restlichen 80 Ankerplätze machen Gäste aus, manche bleiben einen Tag, andere mehrere Wochen. Ihre Route führt sie meist von Passau nach Linz über Wien bis nach Bratislava und Budapest. Unter ihnen sind aber auch Weltreisende aus Neuseeland und Australien, die über das Schwarze Meer bis zurück in ihre Heimat schippern.

Sie alle sind stromabwärts unterwegs, man weiß jedoch auch von einem abenteuerlichen Schweden zu berichten, der es in die andere Richtung versucht hat. In Wien musste er aufgeben, das Boot fuhr per Lkw zurück nach Malmö.

Städter können per Rad, Öffis oder Schiff anreisen, auch Privatparkplätze gibt es. Seit der U2-Verlängerung und dem Aufbau des Stadtentwicklungsgebiets Waterfront erfährt der Hafen mehr Zustrom, könnte gefühlt aber noch stärker als Naherholungs- und Ausflugsziel genutzt werden. Dafür muss man aber nicht zu Miami werden. Da ist Wien dann doch mehr Fischerdorf als Jachthafen – und darf es mancherorts auch gerne bleiben.

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