Donaukanal: Heuer kein Bierverkauf aus dem Rucksack

Ein Lizenzsystem sollte die „Biermafia“ eindämmen. Das Interesse am legalen Verkauf geht jedoch gegen null.
Donaukanal

Den Besuchern am Donaukanal dürfte egal sein, woher ihr Bier kommt: vom lizenzierten, fliegenden Verkäufer oder von der „Biermafia“. Hauptsache Nachschub. Der Stadt Wien ist der illegale Verkauf von Getränken hingegen schon lange ein Dorn im Auge.

Doch auch Schwerpunktkontrollen gemeinsam mit der Polizei hielten die Schwarzverkäufer nicht fern, also wurde der Verkauf im Sommer 2024 auf legale Beine gestellt und reglementiert.

Eingeführt wurde ein Lizenzsystem, das gegen eine Gebühr von 50 Euro dazu berechtigt, für je eine Saison geschlossene Gebinde aus einem Rucksack zu verkaufen. Der Verkauf aus Wagerln oder vom Fahrrad ist nicht mehr gestattet.

Im Sommer 2026 wird es aber auch solche Rucksack-Bierverkäufer nicht mehr geben. Das erklärt die MA 45 (Wiener Gewässer) auf KURIER-Anfrage. Aber nicht, weil der Verkauf vollständig untersagt wird. „Die Vergabe hängt von der Nachfrage ab, welche stark zurückgegangen ist“, heißt es.

Kein einziger Interessent für 2026 

Waren es bei Einführung der Lizenzen 2024 rund fünf Interessenten, sank die Zahl laut Magistrat 2025 auf nur noch zwei. In diesem Jahr gab es keinen einzigen Interessenten.

„Wir haben die Kosten mit 50 Euro absichtlich gering gehalten, damit sich viele bewerben. Es war ein Versuch, den Markt legal zu beleben und den illegalen Verkauf zurückzudrängen“, sagt  MA-45-Sprecher Thomas Kozuh-Schneeberger.

Stadt kündigt strenge Kontrollen an

Warum die Lizenzen auf so wenig Interesse stoßen? Möglicherweise, weil es mit der Lizenz alleine nicht getan ist, Bewerber müssen als Voraussetzung eine Gewerbeberechtigung besitzen. Bei Personen, die sich mit dem Bierverkauf etwas dazuverdienen wollen (oder müssen), eher unwahrscheinlich.

Liebfisch

Diese Engstelle zwischen Donaukanal und Otto Wagner-Schützenhaus soll entschärft werden.

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Stattdessen wird ein neuer Gastgarten auf einer ehemals öffentlichen Wiesenfläche errichtet.

Laut MA 45 sei man auch an Lokalbetreiber herangetreten, doch auch diese hätten kein Interesse gehabt. Die Ausschreibung der Lizenzen ist inzwischen abgelaufen. Ob mit dem vorläufigen Aus des legalen Verkaufs die „Biermafia“ wieder verstärkt am Donaukanal unterwegs sein wird? Die Stadt kündigt auf Nachfrage jedenfalls weiteren Schwerpunktaktionen an.

Wiese wurde zu Gastgarten

Es wird heuer nicht nur weniger (legale) Bierverkäufer, sondern auch ein bisschen weniger Wiese geben. Eine Grünfläche beim Otto-Wagner-Schützenhaus wurde von der Donauhochwasserschutz-Konkurrenz (DHK) an das Restaurant Otto will Meer“ verpachtet und in einen Gastgarten umgebaut.

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So soll die neue Sonnenterrasse auf Höhe der Aspernbrücke im Sommer 2026 aussehen.

Laut DHK ist die Fläche vertraglich als solcher vorgesehen. Im Gegenzug werde auf die Nutzung der bisher genutzten Flächen verzichtet, was eine bekannte Engstelle für Fußgänger und Radfahrer entschärfte.

Sonnenterrasse und neue WC-Anlage

Ein kleiner Trost: Auf der angrenzenden Fläche, die aktuell noch einem Erdboden gleicht, wird ein neuer Rasen angelegt. Begonnen hat auch die Umgestaltung des rund 220 Meter langen linken Uferabschnitts auf Höhe der Aspernbrücke

Errichtet wird eine neue "Chill-out-Zone" ist einer 175 Quadratmeter große Sonnenterrasse, ein Sonnensegel zur Beschattung, Liegen und Sitzgelegenheiten am Wasser sowie eine neue Calisthenics-Anlage für kostenloses Training im Freien. Hinzu kommt noch ein Trinkbrunnen und eine weitere öffentliche WC-Anlage. Die Fertigstellung ist für Sommer 2026 geplant.

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