Chronik | Wien 12.05.2018

Kinderleiche in Mistkübel: Opfer ist die vermisste Siebenjährige

© Bild: APA/HANS PUNZ

Leiche in einem Mistkübel in Wien-Döbling entdeckt. Polizei bestätigt, dass es sich um das vermisste Mädchen handelt.

Eine in einem Plastiksack verpackte Kinderleiche ist Samstag früh in einem Müllcontainer in Wien-Döbling gefunden worden. Die Tote wurde von der Polizei bei der Suche nach einer seit Freitag als vermisst gemeldeten siebenjährigen Volksschülerin entdeckt.

Bei der in einem Müllcontainer in Wien-Döbling entdeckten Leiche handelt es sich um die sterblichen Überreste eines seit Freitag vermissten Mädchens. Dies teilte die Wiener Polizeisprecherin Irina Steirer am Samstagabend der APA mit. "Es ist die Siebenjährige. Das Mädchen ist identifiziert", sagte die Sprecherin. Die in einem Plastiksack verpackte Leiche war Samstag in der Früh entdeckt worden.

Der Sack mit der Toten wurde in die Gerichtsmedizin zur Obduktion gebracht. Angaben über deren Zustand oder über etwaige Verletzungen, die auf eine Todesursache schließen lassen, konnte Steirer noch keine machen, man geht jedoch von Fremdverschulden aus.

Kurz vor Mitternach vermisst gemeldet

Die Eltern des vermissten Kindes, sie stammen laut unbestätigten Medienberichten aus Tschetschenien, wurden bereits befragt. "Die Kleine ist zuletzt am Nachmittag gegen 15.00 Uhr beim Spielen gesehen worden. Die Vermisstenanzeige wurde dann gegen 23.30 Uhr von einem Angehörigen auf einer Polizeidienststelle aufgegeben", gab die Sprecherin an. Die Nachbarn hatten gemeinsam die ganze Nacht nach dem Mädchen gesucht und zeigten sich geschockt über die Tat. "Alle haben das Mädchen gekannt, sie war immer mit ihren Geschwistern draußen", erzählt eine Nachbarin dem KURIER.

Die Stimmung in der Wohnhausanlage ist angespannt, so gibt es auch gegenseitige Schuldzuweisungen unter den Nachbarn. Eine Nachbarin gibt an, dass ein Mann im Erdgeschoss ihre Tochter vor zwei Jahren in seine Wohnung gelockt habe. Dieser wehrt sich gegen diese Anschuldigung und wirft der Frau "Verleumdung" vor. Gegenüber dem KURIER gibt er an, der Polizei schon gestern Abend Zutritt zu seiner Wohnung gewährt zu haben. Eine Tasche und eine Puppe, die laut den anderen Kindern, der Siebenjährigen gehört haben sollen, lagen derweil noch im Hof herum (siehe Bild). Aufgefallen war den Nachbarn jedoch nichts.

© Bild: Kurier/Birgit Seiser

Weitere Angaben am Sonntag

Der Müllcontainer, in den die Leiche abgelegt worden ist, befand sich unmittelbar im Eingangsbereich des "Dittes-Hof" in der Heiligenstädter Straße 11-25. Die Polizei nahm dort in den Morgenstunden die Suche nach der vermissten Schülerin wieder auf, man plante auch den Einsatz von Spürhunden, um das in dem Gemeindebau gemeldete Mädchen zu finden. Zuvor hatte man unter anderem schon in den Kellern der in den 1920er-Jahren errichteten Wohnhausanlage nach dem Mädchen gesucht.

Als dann am Morgen Mitarbeiter der MA48 beim Gemeindebau eintrafen, um die großen, schwarzen Container zu entleeren, kam es schließlich zu dem grausigen Fund. "Die Beamten begannen die Behälter zu durchsuchen und entdeckten die verpackte Leiche", sagte Steirer. Der nur unweit des Bundeskriminalamts gelegene Fundort wurde großräumig abgesperrt und von zahlreichen Einsatzkräften bis gegen Mittag gesichert.

Zur Todesursache des toten Kindes wird es erst morgen, Sonntag, weitere Angaben geben, sagte Steirer gegenüber der APA. Derzeit werden im Zuge der durch das Landeskriminalamt durchgeführten Ermittlungen noch weitere Zeugen befragt und Spuren ausgewertet.

( Agenturen , kurier.at , best ) Erstellt am 12.05.2018