Protestpicknick am Wiener Stephansplatz.

© KURIER/Franz Gruber

Volksanwalt
08/02/2016

Wien: Demo für zweiten Lift am Stephansplatz

"Projekt hat Beispielwirkung für ganz Österreich." Kapazität des jetzigen Aufzugs reicht nicht aus.

von Hubert Huber

Jetzt hat sich die Volksanwaltschaft in den Streit um einen zweiten Lift am Stephansplatz eingeschaltet. "Wir werden ein amtswegiges Prüfverfahren einleiten," sagte Volksanwalt Günther Kräuter (SPÖ) am Dienstag bei einer Pressekonferenz. "Dieses Projekt hat Beispielwirkung in ganz Österreich."

Im kommenden Jahr soll der Stephansplatz umgebaut werden. Im Zuge dessen wurde auch über den Einbau eines zweiten Aufzugs von der U-Bahnstation auf den Stephansplatz diskutiert. Der derzeitige Aufzug an der Ecke des Haas-Hauses ist in den Augen der Behindertenvertreter zu klein. Vor allem bei Störungen könnten Rollstuhlfahrer nicht mehr auf die Straßenebene gelangen. "Der Lift wird so sehr beansprucht, dass er einmal sogar sechs Wochen außer Betrieb gewesen ist", sagte eines der Behinderten-Vertreter im Rahmen der Pressekonferenz.

Nach langen Verhandlungen wurde ein passender Platz gefunden. Die Stadtregierung habe bereits zugesagt, Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ) ihr Okay gegeben. "Alle Voraussetzungen sind erfüllt. Jetzt sagen plötzlich die Wiener Linien, der Aufzug sei zu teuer", sagte Martin Ladstätter vom Verein Bizeps.

Streit um Kapazität

Die Wiener Linien berufen sich auf Zählungen: Durchschnittlich drei Rollstuhlfahrer pro Stunde würden den Lift benötigen. Längere Wartezeiten ergäben sich vor allem dadurch, dass auch andere Personen den Lift benützten. Bei zwei Millionen Euro stünden Kosten und Nutzen in keiner vertretbaren Relation.

Ladstätter dazu: Die Hinweisschilder an den Liften seien ein Indiz dafür, dass die Kapazitäten nicht ausreichend seien. Es stimmt, dass die öffentlichen Verkehrsmittel grundsätzlich barrierefrei sind, aber das sei oft mit Umwegen und langen Wartezeiten verbunden.

Kräuter: "Der Stephansplatz ist der meistfrequentierte Platz, ein Touristen-Hotspot." Touristen mit schweren Koffern würden den Lift ebenfalls benötigen.

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