Grüne wollen strengere Regeln für Airbnb-Wohnungen
Will man etwa zum Song Contest nach Wien, schaut man einfach mal auf Airbnb. Zwei Personen, 15. bis 17. Mai bringt über 1.000 Unterkünfte als Suchergebnisse.
Eine Wohnung in Meidling um 278 Euro, eine in der Leopoldstadt um 439 Euro, eine „luxuriöse Boutique-Wohnung“ am Alsergrund um 422 Euro, um nur einige zu nennen. 154 Unterkünfte gibt es, die mehr als 1.500 Euro für diese beiden Nächte kosten – eine Villa in Simmering kostet etwa 2.183 Euro.
14.000 Wohnungen im Angebot
Dieses riesige Angebot auf dieser und anderen Plattformen nehmen die Grünen ins Visier. 14.000 Wohnungen werden laut der Plattform „Inside Airbnb“ dauerhaft als Tourismusappartements angeboten.
„In der ganzen Josefstadt gibt es nur 12.273 Haushalte“, halten die Grünen dem eine Bezirkszahl entgegen. Auch die Entwicklung sei besorgniserregend, die Zahl der angebotenen Wohnungen habe sich seit 2015 vast verdreifacht.
Das führt dazu, dass die Grünen diese Entwicklung als „Wohnraub im großen Stil“ bezeichnen. Und diesen „Wohnraub“ wollen sie stoppen – nicht zuletzt deshalb, weil sich die angebotenen Wohnungen nicht nur auf die innerstädtischen Bereiche beschränken, sondern längst in den Randbezirken angekommen seien.
Wohnungsnot lindern
Was die Zahlen von „Inside Airbnb“ auch belegen: 500 Angebote scheinen in der Inneren Stadt auf, in Brigittenau sind es 542, in Leopoldstadt 1.317, in Favoriten sind es 1.190 – laut den Grünen waren vor zehn Jahren im zehnten Bezirk nur 200 Zimmer auf der Plattform verfügbar.
Für die Grünen sind diese Zahlen ein Handlungsauftrag an die neue Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ). Von ihr fordern sie, die Ausnahmebewilligung für gewerbliche Nutzung für kurzfristige Beherbergungszwecke innerhalb und außerhalb von Wohnzonen gänzlich zu streichen, laufende nach Ablauf der genehmigten Frist.
Aus für Lücke in der Bauordnung gefordert
Und sie wollen durchsetzen, dass Wohnungen künftig nicht mehr in „Beherbergungsstätten“ umgewidmet werden dürfen. Das sei derzeit aufgrund einer Gesetzeslücke in der Bauordnung möglich und gehöre gestoppt, sagt Parteichefin Judith Pühringer: „Die SPÖ sieht zu, wie immer mehr Wohnungen verloren gehen. Wohnungen sind keine Hotelzimmer.“
Hanel-Torsch ist in dieser Frage jedenfalls gesprächsbereit. Die aktuellen Bestimmungen zu Kurzzeitvermietungen auf Plattformen wie Airbnb und bestehende Maßnahmen zu deren Regulierung wolle sie evaluieren und auf Wirksamkeit überprüfen. Konkrete Schritte gebe es nicht, Hanel-Torsch schließt Änderungen in diesem Bereich aber nicht aus.
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