Chronik | Wien
08.06.2018

Wien: 17-jähriger Dieb drohte Polizisten mit Kündigung

"Es haben schon andere den Job verloren wegen mir", beschied er den Beamten, die ihn festnehmen wollten.

Ein 17-jähriger Dieb hat am Donnerstagabend in Wien-Döbling angedroht, die Kündigung von Polizisten veranlassen zu wollen. "Es haben schon andere den Job verloren wegen mir", beschied er den Beamten, die ihn festnehmen wollten. Ausgangspunkt der Amtshandlung war, dass er einer 15-jährigen Bekannten 120 Euro aus ihrer Handtasche stibitzt hatte, während sie sich ein Eis holte.

Die Beamten der Polizeiinspektion Billrothstraße wurden um 18.30 Uhr in den Olympiapark gerufen. Die 15-Jährige war mit ihren Freuenden in Streit geraten: Sie war mit einer Freundin ein Eis holen gegangen und hatte ihre Handtasche samt Geldbörse bei ihren Bekannten zurückgelassen. Als sie zurückkam, waren 120 Euro aus der Tasche weg. Keiner ihrer Bekannten wollte es gewesen sein, deshalb rief die 15-Jährige die Polizei.

Stoß gegen Polizisten

Einer der Anwesenden wies schließlich dem 17-Jährigen, ein aus dem Gazastreifen stammender Wiener, die Schuld zu: Dieser hätte das Geld genommen und die anderen mit dem Umbringen bedroht, falls sie etwas sagen sollten. Angesprochen auf die Geschichte, verhielt sich der Verdächtige wenig kooperativ. Er weigerte sich, seine Taschen zu leeren. Die Polizisten fanden in seiner Hosentasche dennoch die 120 Euro.

Der 17-Jährige wurde ungehalten: "Ich muss ihnen keinen Ausweis zeigen. Die Sch...polizei glaubt, sie kann machen, was sie will. Es haben schon andere den Job verloren wegen mir", beschied er den Beamten unter anderem. Diese drohten ihm daraufhin mit der Festnahme, was er mit einem Stoß gegen die Brust eines der Uniformierten quittierte. Nach wenigen 100 Metern holten ihn die Polizisten ein und nahmen ihn trotz weiterer Schimpftiraden und heftiger Gegenwehr fest. Er wurde wegen des Verdachts des Diebstahls, der schweren Nötigung und des versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt.