Weshalb sich Toni Faber bei Mozartverkäufern entschuldigte
Durchgestrichene Mozartverkäufer zierten Mitte Juni jene Schilder, die den Beginn des Verkaufsverbots für Konzerttickets auch für die Kameras darstellen sollte. Denn seit 1. Juli dürfen Mozartverkäufer – nach zahlreichen Beschwerden – nicht mehr an allen stark frequentierten Plätzen in der Innenstadt stehen. Diese Schilder, von denen eines auch Dompfarrer Toni Faber in die Kamera hielt, sorgen nun für Kritik.
Einer, der sich von dieser Inszenierung besonders angegriffen fühlte, ist Philipp Grünbacher, Geschäftsführer des Wiener Mozart-Orchesters. Seine Mitarbeiter seien ausschließlich auf Grundlage rechtskräftiger behördlicher Bewilligungen tätig. „Uns stört das Verbot der Mozartverkäufer generell, weil wir ein seriöser Anbieter sind, der sich an alle Regeln hält. Nur wegen ein paar schwarzen Schafen in unserer Branche wurde nun eine Kollektivstrafe verhängt“, sagte Grünbacher zum KURIER.
Zudem seien seine Mitarbeiter die einzigen „Mozartverkäufer“, die auch eine weiße Perücke tragen. „Und auf diesen durchgestrichenen Bildern waren ganz klar Mozarts mit Perücken. Das heißt, die Stadt Wien und auch Toni Faber, sind auf die Straße gegangen und haben Schilder, wo unsere Mitarbeiter durchgestrichen dargestellt werden, präsentiert“, kritisierte der Geschäftsführer von Mozart-Orchester.
„Es war eine Landplage“
Er habe Beschwerde bei allen zuständigen Stellen eingereicht. Toni Faber habe sofort auf seinen Brief geantwortet. Vor rund einer Woche kam es zum Treffen, bei dem sich der Dompfarrer entschuldigt hatte.
Bereits in der Vergangenheit hatte Toni Faber die Mozartverkäufer kritisiert. „Es ist eine Landplage gewesen. Nicht die Menschen, sondern die Situation, dass diese Mozartverkäufer aus verschiedensten Vereinen die Touristen angesprochen und meine Mitarbeiter belästigt haben“, so Faber
Von der PR-Aktion mit den Schildern habe er aber nichts gewusst. „Umso mehr bedaure ich, dass dadurch der Eindruck entstehen konnte, eine ganze Personengruppe werde herabgewürdigt oder ausgegrenzt. Dafür möchte ich mich ausdrücklich entschuldigen“, erklärte der Dompfarrer. Die Kritik müsse sich gegen unerlaubten Straßenverkauf und aufdringliches Ansprechen richten, nicht gegen Menschen.
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