Chronik | Wien
05.12.2011

Wenn Fallen nichts bringen

Wiens Forstamtsdirektor Andreas Januskovecz über die Schwierigkeit der Wildschweinjagd.

KURIER: Wie viele Wildschweine gibt es Wien?
Andreas Januskovecz: Das ist schwer zu sagen, da sich Wildtiere nicht an Stadtgrenzen halten. Wenn etwa in Niederösterreich mehr gejagt wird, weichen die Wildschweine nach Wien aus. Wir schätzen sie auf mehrere Hundert Stück.

Inklusive der Wildschweine im Lainzer Tiergarten?
Nein, der ist von einer hohen Mauer umgeben, dort leben die Wildtiere geschützt. Dort haben wir im Vorjahr mehr als 1000 Wildschweine geschossen.

Wie viele Wildschweine wurden außerhalb des Tiergartens im Vorjahr erlegt?
Etwa 150 Stück. Das klingt im Verhältnis wenig, aber die meisten Tiere im Rest des Wienerwaldgebiets werden in Niederösterreich gejagt.

Wie viele Jäger der MA 49 sind im Einsatz?
Wir haben etwa 30 Jäger, dazu kommen noch private Jäger aus dem Wiener Landesjagdverband.

Intelligente Kulturfolger

Wieso dringen die Wildschweine vermehrt in die Stadt vor?
Diese Tiere sind Kulturfolger und sehr intelligent. So eine Wildsau kann etwa mit ihrem Rüssel eine Gartentür aus den Angeln heben. Die Stadt bietet den Wildschweinen tolle Lebensbedingungen. Unser Ziel ist es, sie in den Wald zurückzudrängen.

Wieso verwenden Sie keine Fallen, wie von Bezirkspolitikern gefordert?
Weil sie nichts bringen. Da ist dann eher ein Dachs oder die Katze und der Hund drin. Zudem müsste man die Tiere weit weg bringen. Wenn du die in Niederösterreich aussetzt, finden sie sofort zurück.

Welche Tipps haben Sie für Bewohner am Waldrand?
Die Gärten und den Komposthaufen sichern. Vor allem aber kein Futter herumstehen lassen. Was etwa die Menschen an Vogelfutter verteilen, ist unglaublich. Die Wildschweine merken sich die Orte und kommen dann immer wieder zurück.

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