Viele Ambulanzsperren in Wiener Gesundheitszentren

Laut Homepage sind 26 der rund 80 WGKK-Ambulanzen geschlossen.
Ursachen seien Urlaube, Krankenstände, Pensionierungen und Kongresse, heißt es bei der WGKK.

Wer dieser Tage krankheitsbedingt eines der vier Gesundheitszentren der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) – Mariahilf, Wien-Mitte, -Nord oder -Süd – aufsucht, hat gute Chancen, den gewünschten Arzt gar nicht erst anzutreffen. Denn laut Homepage haben 26 der rund 80 Fachambulanzen geschlossen. Insbesondere bei den Augen-, Hämatologie- und Psychotherapie-Ambulanzen ist der Ausfall massiv. Gründe sind Urlaube, Krankenstände und Kongresse.

Bei der WGKK ist man sich der schiefen Optik bewusst. Die Darstellung auf der Webseite, der zufolge pro Gesundheitszentrum zurzeit sechs bis sieben Ambulanzen geschlossen sind, sei aber „unglücklich“, sagt die ärztliche Direktorin des Gesundheitsverbunds, Elisabeth Zwettler.

"Falscher Eindruck"

Denn eigentlich wolle man den Patienten eine tagesaktuelle Übersicht über die jeweiligen Ambulanzsperren bieten. Da die Homepage zum Teil aber nicht aktualisiert wurde, sind auch bereits abgelaufene (ein- bis zweitägige) Absenzen noch immer aufgelistet. „Dadurch entsteht ein falscher Eindruck.“

Die Ausfälle hätten im Wesentlichen drei Ursachen, erklärt Zwettler. „Ein Teil der Ärzte ist noch auf Urlaub, andere sind im Krankenstand. Und weil gerade ein Hämatologie-Kongress stattfindet, sind die betreffenden Ambulanzen geschlossen.“

Dass die Psychotherapie-Ambulanzen wie andere Akutabteilungen auf der Homepage angeführt sind, sei zudem irritierend, gesteht die Medizinerin ein. „Da wir die Psychotherapie ohnehin nicht akut anbieten, sondern ausschließlich mit Termin, ist es eigentlich nicht sinnvoll, die Absenzen auf der Webseite darzustellen.“ Das verzerre das Bild nur zusätzlich. Punkto Homepage werde man sich etwas überlegen müssen, sagt Zwettler.

Sie versucht zu beruhigen: „Jeder Fachbereich hat immer in einem der Gesundheitszentren geöffnet. Auch an Fenstertagen.“

Problem bei Augenambulanzen

Nicht zu leugnen sei zurzeit aber der Engpass bei den Augenambulanzen. In den Gesundheitszentren Wien-Mitte, -Nord und -Süd sind diese Fachabteilungen zur Gänze geschlossen. Durch zwei Pensionierungen sowie Langzeit-Krankenstände und Urlaube stehe man da zurzeit vor einem Problem, sagt Zwettler. Ersatz-Mediziner kämen aus dem Hanusch-Krankenhaus zu Hilfe.

In Mariahilf werde das Angebot ausgebaut. Ab November soll es eine dritte Augenambulanz geben.

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