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Freispruch für Mutter und Tochter nach angeblichem Vergewaltigungsvorwurf

Eine 15-Jährige und ihre Mutter waren angeklagt. Die Hintergründe des Vorfalls sind unklar.
Ein Richter tippt am Laptop, im Vordergrund Hammer und Waage auf einem Holztisch.

Vom Vorwurf der Verleumdung sind am Mittwoch eine 15-Jährige und ihre Mutter am Wiener Landesgericht nicht rechtskräftig freigesprochen worden. Im Fokus des Prozesses stand die Frage, ob die beiden bewusst einen gleichaltrigen Mitschüler einer Vergewaltigung sowie Schwängerung der 15-Jährigen bezichtigt hatten. Das Gericht konnte letztlich keine absichtliche falsche Verdächtigung nachweisen. Ein Schwangerschaftstest hatte sich letzten Endes als negativ erwiesen.

Die Jugendliche mit bosnischen Wurzeln soll Ende 2025 sexuellen Kontakt mit dem Mitschüler gehabt haben. Ob dieser einvernehmlich war, blieb am Mittwoch unklar. In der Folge erzählte sie ihrer Klassenlehrerin jedenfalls laut Staatsanwaltschaft von einem sexuellen Übergriff sowie einer Schwangerschaft. Die ebenfalls wegen Verleumdung angeklagte Mutter soll damals zu ihrer Tochter gesagt haben: „Sage ruhig, dass du schwanger wärst.“

Widersprüchliche Angaben

Die 15-Jährige hatte im März 2026 dazu in einer kontradiktorischen Einvernahme von einer anderen Form der Vergewaltigung gesprochen als am Mittwoch vor Gericht. „Sie erzählen mir jedes Mal etwas Neues“, zeigte sich der Richter dazu skeptisch. „Wir konnten nicht die Wahrheit sagen, weil damals der Anwalt von meinem Onkel bei mir war“, rechtfertigte sich die Angeklagte. „Bei uns zählt die Ehre.“

Der Übergriff habe tatsächlich stattgefunden, betonte die Verteidigerin, die wie die Rechtsanwältin der Frau auf Freispruch plädierte. „Aus panischer Angst vor der Reaktion ihres strenggläubigen Umfelds schwieg sie über die genauen Umstände und hatte auch Angst, tatsächlich schwanger zu sein.“

Die Mutter gab an, sie habe erst durch einen Anruf der Schule von dem Vorfall erfahren. „Dann hab ich natürlich mit meiner Tochter darüber gesprochen“, sagte die 40-Jährige. Ihre Tochter habe ihr erklärt, dass sie sich nicht sicher sei, ob sie schwanger sei. „Ich habe gesagt: “Ok, ich nehme das auf mich, ich will dich schützen. Aber wir gehen zum Frauenarzt.'“ Sie habe ihr die Schilderungen ihrer Tochter geglaubt. Sie verwies auch auf eine Sprachnachricht des Burschen vom 4. Dezember 2025, in der er die 15-Jährige zu einer Abtreibung auffordert.

„Wir machen das am Freitag“

„Wir machen das am Freitag“, heißt es darin unter anderem. „Erzähl jedem in der Schule, dass ich nicht der Vater bin“, ist auf der Nachricht, die mit dem Microsoft-Teams-Schulaccount des 15-Jährigen verschickt wurde, zu hören.

Der Teenager erklärte dazu am Mittwoch im Zeugenstand, dass die Sprachnachricht nicht von ihm stamme. Er konnte jedoch nicht erklären, wessen Stimme stattdessen auf der Nachricht, die im Prozess vorgespielt wurde, zu hören sei. „Es ist nichts passiert“, sagte der 15-Jährige. Gegen den Kroaten war in der Vergangenheit bereits aufgrund eines Sexualdelikts ermittelt worden. Das Verfahren wurde jedoch letztlich eingestellt.

Der Richter sprach die beiden Frauen letztlich frei. „Es ist eindeutig, dass hier etwas stattgefunden hat“, erklärte der Richter am Mittwoch. Schließlich sei sogar die Vermutung im Raum gestanden, dass die Angeklagte schwanger sei. „Damit scheidet der Vorwurf der falschen Bezichtigung aus“, erklärte er. „Was jetzt wirklich passiert ist, wird sich hier jetzt nicht klären lassen.“ Die Staatsanwaltschaft gab am Mittwoch keine Erklärung ab. Die Freisprüche sind damit nicht rechtskräftig.

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