Chronik | Wien
20.06.2017

Verkehr in der City geht zurück

Auf Gemeindestraßen sind um 6,3 Prozent weniger Autos unterwegs als vor fünf Jahren.

Wien bekommt seine nächste verkehrsberuhigte Zone: Die Lange Gasse im 8. Bezirk wird in den nächsten Monaten zwischen Josefstädter Straße und Hugo-Bettauer-Platz zu einer Begegnungszone umgestaltet. In einer Befragung haben sich 56,2 Prozent der Anrainer dafür ausgesprochen.

In dem Abschnitt werden Fahrbahn und Gehsteig niveaugleich gemacht, teilt Bezirksvorsteherin Veronika Mickel (ÖVP) mit. Autos dürfen in der Zone nur mehr 20 km/h fahren, rund 25 Parkplätze werden wegfallen. Geht es nach Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) soll der Umbau noch dieses Jahr beginnen. 80 Prozent der geplanten Kosten von rund 720.000 Euro übernimmt die Stadt.

Gemeinsam mit dem Ausbau der Radwege und den Öffentlichen Verkehrsmittel würden solche Maßnahmen dazu beitragen, dass in den vergangenen Jahren der Kfz-Verkehr in Wien stark zurückgegangen ist, sagt Martin Blum von der Mobilitätsagentur.

Das zeigt auch eine aktuelle Studie im Auftrag der MA18 (Stadtentwicklung) deutlich, bei der die Verkehrsendwicklung zwischen 2010 und 2015 unter die Lupe genommen wurde. Berücksichtigt wurden dabei die Gemeindestraßen der Kategorie A (wie z.B. der Getreidemarkt, die Linzer Straße und die Stadlauerstraße) sowie jene der Kategorie B, in die beispielsweise der Gürtel oder die Linke und rechte Wienzeile hineinfallen.

Das Ergebnis: Auf diesen Straßen ging seit 2010 der Kfz-Verkehr gesamt um 6,3 Prozent zurück. Am stärksten fällt der Rückgang mit minus 11,2 Prozent in den Innenstadt-Bezirken aus, am geringsten in der Region Süd mit minus 1,6 Prozent. "Das zeigt, dass die Maßnahmen der Stadt wirken", sagt Blum. Und das, obwohl in diesem Zeitraum die Bevölkerung stark anwuchs (plus 6,4 Prozent). Einzig der Verkehr über die Stadtgrenzen hinaus hat mit 2,5 Prozent zugenommen. Für Blum eine mögliche Erklärung ist die Siedlungsentwicklung und die vergleichsweise schlechteren Öffi-Verbindungen.

Höherrangiges Netz

Unterschiedlich die Entwicklung bei den Asfinag-Zählstellen: Zwischen 2010 und 2016 nahm der durchschnittliche tägliche Verkehr (Pkw und Kleintransporter) an der A1-Zählstelle Pressbaum um 1137 auf 26.500 Fahrzeuge ab. Beim VCÖ erklärt man das mit der Einführung des Parkpickerls im Westen Wiens und den Ausbau der Westbahn-Strecke. Starke Zuwächse gab es hingegen auf der S1, die ausgebaut wurde. Die Zahl der täglichen Fahrzeuge kletterte um 11.396 auf 66.479 (Laxenburger Straße).