Vereitelter Swift-Anschlag in Wien: Terror-Anklage gegen Beran A.

Die Staatsanwaltschaft Wien hat nach eineinhalb Jahren Anklage eingebracht. Brisante Details kommen dadurch ans Tageslicht.
Auf einem Bildschirm ist ein Mann mit zwei Messern zu sehen; im Hintergrund die Europa- und Österreich-Flagge.

Mit seiner Festnahme wurde im Sommer 2024 vermutlich ein Blutbad im Ernst Happel-Stadion verhindert. Der vereitelte Anschlag auf das Taylor-Swift-Konzert hat Wien in den Fokus des internationalen Terrors gerückt.

Eineinhalb Jahre nach der Festnahme von Beran A. in Ternitz in Niederösterreich hat die Staatsanwaltschaft Wien gegen den mittlerweile 21-jährigen Beschuldigten Anklage wegen der Verbrechen terroristischer Straftaten, des Verbrechens der kriminellen Organisation und anderer Delikte beim zuständigen Landesgericht Wiener Neustadt erhoben. Der Prozess wird in Niederösterreich stattfinden.

Terroranschlag bei Konzert in Wien geplant

Beran A. wird in der Anklage zur Last gelegt, sich ab Mai 2023 bis zu seiner Festnahme im August 2024 in seinem Kinderzimmer in Ternitz, als Mitglied an einer terroristischen Vereinigung, die darauf ausgerichtet war, dass von einem oder mehreren Mitgliedern terroristische Straftaten ausgeführt werden, beteiligt zu haben. Demnach soll er einen Terroranschlag auf das am 9. August 2024 angesetzte Konzert von Taylor Swift geplant und vorbereitet haben, so die Staatsanwaltschaft Wien.

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Sprengstoff

In diesem Zusammenhang wird ihm vorgeworfen, dass er sich im Internet unter anderem eine Anleitung zum Bau einer für die Anschläge des IS bekannte "Schrapnell-Bombe" auf Basis des Sprengstoffes Triacetontriperoxid (TATP) beschaffte und sich von anderen IS-Mitgliedern im Umgang mit Sprengstoff "unterweisen" ließ.

Außerdem soll er Substanzen für die Herstellung von TATP erworben und bereits eine geringe Menge des Sprengstoffes daraus hergestellt haben, so die Anklage. Außerdem ist er angeklagt, mehrfach Versuche unternommen zu haben, verschiedene Schusswaffen und eine Handgranate über illegale Händler zu kaufen und nach Österreich einzuführen.

Die Staatsanwaltschaft Wien legt ihm außerdem eine brisante Beteiligung zur Last. Er soll als Beitragstäter für jenen jungen Mann aus Ebergassing in NÖ agiert haben, der im März 2024 nach Mekka reiste und in Saudi Arabien einen Anschlag mit einem Messer auf Sicherheitsbeamte verübte.

Hasan E. (21) droht in einem Gefängnis die Todesstrafe. Beran A. soll zusammen mit Hasan E. und einem weiteren abgesondert verfolgten Beschuldigten Anschläge in Dubai und Istanbul geplant haben, die letztlich nicht ausgeführt wurden.

Aufruf zum "Töten von Ungläubigen"

Gegen die Terrorpläne wirken die weiteren Anklagepunkte und Verdachtsmomente gegen Beran A. fast wie Bagatelldelikte. In der Anklage wird ihm außerdem vorgeworfen, mit Videos, die das Töten von Ungläubigen zum Ziel hatten, über Snapchat zu terroristischen Straftaten aufgefordert zu haben sowie über verschiedene Messenger-Dienste IS-verherrlichende Dateien versendet zu haben.

"Die Strafdrohung für das Verbrechen der terroristischen Straftaten beträgt - unter Berücksichtigung des Alters des Angeklagten zu den Tatzeitpunkten - bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe. Die Anklage ist noch nicht rechtskräftig", so die Staatsanwaltschaft Wien. Ab Zustellung der Anklageschrift bleibt 14 Tage Zeit, dagegen Einspruch einzulegen.

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