Wien läuft: 42 Fakten zum Marathon

Startschuss für den Wien-Marathon: Wann geht Läufern die Energie aus, warum hilft Anfeuern. 42 Fakten für 42 Kilometer.
LEICHTATHLETIK: 42. VIENNA CITY MARATHON (VCM)
  1. Die heutige Streckenlänge von 42,195 Kilometern geht auf die Olympischen Spiele 1908 in London zurück.
  2. Wer ist schuld an der seltsamen Distanz? Das britische Königshaus. Vor Windsor Castle sollte der Start sein und vor der königlichen Lodge im Stadion das Ziel. Das ergab auch in Meilen keine runde Zahl: 26 Meilen, 385 Yards.
  3. Massenphänomen waren Marathons zunächst nicht: Beim New York Marathon 1970 starteten 127 Läufer.
  4. Eine Herausforderung waren sie aber schon immer: 1970 kamen nur 55 ins Ziel.
  5. Die Knie müssen pro Laufschritt Kräfte abfedern, die dem Drei- bis Fünffachen des Körpergewichts entsprechen.
  6. 40.000 bis 50.000 Schritte braucht ein Marathonläufer, bis er im Ziel ist.
  1. Ein 80 Kilogramm schwerer Läufer belastet über die Strecke jedes Kniegelenk mit insgesamt 5.000 Tonnen, rechnete Die Zeit vor.
  2. Fürs Herz ist ein Marathon Schwerarbeit. Die meisten Marathon-Todesfälle sind auf ein Versagen des Herz-Kreislauf-Systems zurückzuführen.
  3. Das Training wiederum stärkt das Herz. Das Gesunde an einem Marathon ist die Vorbereitung darauf.
  4. Viele Frauen laufen Marathon. Sie stellen einen großen und wachsenden Anteil der Teilnehmenden weltweit – in Europa und Nordamerika 40 bis 50 Prozent.
  5. Läuferinnen waren aber lange von den Wettbewerben ausgeschlossen
  6. Um beim Boston Marathon 1967 mitlaufen zu können, meldete sich Kathrine Virginia Switzer mit den Initialen ihres Vornamens an. Sie bekam die Startnummer 261.
Kathrine Switzer.

Kathrine Switzer wurde zur Ikone von laufenden Frauen. 

  1. Der Rennleiter entdeckte das nach ein paar Kilometern und wollte ihr die Startnummer herunterreißen. Ihr Freund stieß ihn zur Seite. Switzer kam nach rund vier Stunden, 20 Minuten ins Ziel.
  2. Erst 1984 war der Marathonlauf für Frauen olympisch.
  3. Als erste Frau der Geschichte absolvierte die Kenianerin Ruth Chepngetich (2025 wegen Dopings gesperrt) beim Chicago-Marathon 2024 die 42,195 Kilometer in unter 2:10 Stunden. Sie lief 2:09:56.
  4. Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 19,5 km/h.
  5. Das ergibt einen Schnitt von 3:05 Minuten pro Kilometer.
Ruth Chepngetich in Chicago.

Ruth Chepngetich in Chicago.

  1. Die Siegerzeit der Frauen beim Vienna City Marathon lag vergangenes Jahr bei 2:24:14 (Betty Chepkemoi war Siegerin) ..,
  2. ... und bei Männern bei 2:08:28. Der Außenseiter Haftamu Abadi gewann.
  3. Hobbyläufer brauchen typischerweise bei ca. 3:55 bis 4:15 Stunden für einen Marathon.

21,0975 Kilometer

  1. Der Halbmarathon ist geschafft. 14.000 Läufer wählen diese Distanz für den Wien-Marathon. Die Strecke für die Marathon-Läufer wird leerer.
  2. Also „Keep on running“: Der Song ließ die Spencer Davis Group 1965 auf Platz 1 der englischen Charts sprinten.
  3. Musik kann helfen, wahrgenommene Anstrengungen zu verringern. Die Ausdauer der Sportler erhöht sich, ergab eine Metaanalyse aus dem Jahr 2019.
  4. Das gilt besonders dann, wenn es sich um rhythmische Songs mit schnellerem Tempo handelt.
  5. Beim Wien Marathon gibt’s dafür 60 Entertainment-Punkte entlang der Strecke.
  1. Auch Anfeuern bringt Leistung.
  2. Wissenschafter vom Leibniz-Zentrum Allgemeine Sprachwissenschaft haben sich die Rufe genau angehört und festgestellt: Sie haben extreme Tonhöhen und sind sehr laut.
  3. Die Sprechgeschwindigkeit ist aber langsamer, die Vokale sind gedehnt. Weeeiiiittter sooooooooo.
  4. Die rhythmische Wiederholung der Namen in gleichen Intervallen könnte dazu dienen, die Bewegungsabläufe der Athleten zu unterstützen und Ausdauer zu vermitteln, berichtet der MDR über die Studienergebnisse.
LEICHTATHLETIK: 40. VIENNA CITY MARATHON
  1. Was man ab Kilometer 30 gut brauchen kann. Denn der gefürchtete Endgegner, der „Mann mit dem Hammer“, kann jederzeit kommen. Der Körper ist erschöpft.
  2. Die Kohlenhydratspeicher sind stark geleert. Es fehlt der Treibstoff im Gehirn und in der Muskulatur.
  3. Der mentale Tiefpunkt ist erreicht. Aus dem „Ich schaffe das!“ wird ein „Warum mache ich das?“.
  4. Jetzt zählt Willenskraft. Der Hamburger Arzt Christian Hottas hat sie. Er gilt als Weltrekordhalter für die meisten absolvierten Marathonläufe.
  5. Er soll bis Anfang 2026 laut ARD 3.371 Marathons und Ultraläufe bestritten haben.
  1. Zurück zu den Alltagsläufern: Wichtig ist, dass man während des Laufs genug getrunken hat.
  2. Ein verlorener Liter Flüssigkeit bedeutet eine erhöhte Herzfrequenz von acht Schlägen pro Minute, so runnersworld.de.
  3. Bei einem Sommerlauf ist der Liter Wasser oft schon nach einer Stunde weg.
  4. Wie es den Läufern auch geht: Schmerz und Erschöpfung werden im Rückblick abgeschwächt.
  5. Viele melden sich nach dem Marathon gleich wieder für einen Marathon an.
  6. Vieles ist allerdings ein Marathon, wenn es nur lange genug dauert: Serienmarathon, Spendenmarathon, Besprechungsmarathon.
  7. Vielleicht braucht es Laufschuhe als Ausgleich. Mehr als eine Milliarde werden pro Jahr weltweit verkauft.

42,195 Kilometer: geschafft. 

  1. Ein 80 kg schwerer Läufer hat durchschnittlich 3.300 Kalorien verbrannt. Das entspricht sechs Wiener Schnitzeln – ohne Beilagen.

Guten Appetit.

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