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Weltkulturerbe: UNESCO streicht Wien von Roter Liste

Entscheidung bei der UNESCO-Sitzung in Busan: Auch das umstrittene Heumarkt-Projekt gilt nun als „welterbekonform“. Gebaut werden darf 49,95 Meter hoch.
Rendering: Die umstrittene Bebauung des Eislaufverein-Areals: Wer sagt dazu die Unwahrheit?

Die UNESCO hat Wien von der roten Liste der gefährdeten Welterbestätten gestrichen. Das hat das Welterbekomitee nach einer langen Debatte im Zuge seiner 48. Tagung im südkoreanischen Busan entschieden. Das Historische Zentrum Wiens kam 2017 auf die rote Welterbe-Liste. Grund dafür war das Heumarkt-Projekt.

Das Bauvorhaben von Investor Michael Tojner und seiner Wertinvest war ursprünglich mit einer Höhe von 73 Metern vorgesehen. Nach mehreren Redimensionierungen sind nun 49,95 Meter vorgesehen. Genau diese letzte, niedrigere Variante gilt nun auch als „welterbekonform“. Auch das sei in Busan einhellig beschlossen worden, sagt Ernst Woller (SPÖ), Sonderbeauftragter der Stadt Wien für das Welterbe, zum KURIER. Damit habe das UNESCO-Welterbe-Komitee auch „die vielfältigen legistischen Regelungen und Maßnahmen der Stadt Wien zum Schutz des Wiener Welterbes gewürdigt“.

In den vergangenen Monaten setzen Bundesregierung, Stadt Wien und Investor Tojner gemeinsam große Anstrengungen darin, die Streichung von der Roten Liste zu erwirken. Vor allem diplomatische Kanäle nutzte man intensiv, um die Mitglieder des Welterbekomitees zu überzeugen. Letztlich hat sich in Busan vor allem die Ukraine für Österreich eingesetzt.

Rot-pinke Achse

Auch der Welterbebeauftragte Woller sieht die Zusammenarbeit zwischen Bund und Stadt als „entscheidend“ für den Erfolg. Genutzt wurde die rot-pinke Achse von Bürgermeister Michael Ludwig, Vizekanzler Andreas Babler (beide SPÖ) und Staatssekretär Sepp Schellhorn (Neos). An den intensiven Bemühungen gab es auch Kritik von den zahlreichen Projektgegnern.

„Mit dieser Entscheidung hat Wien wieder die alleinige Kompetenz für Stadtgestaltung in der sehr großen Kernzone des Welterbes“, freut sich Woller am Montag.

Diese Heumarkt-Variante, im Jahr 2023 vorgestellt, muss dennoch eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchlaufen. Eine außerordentliche Revision dagegen wurde erst vor wenigen Tagen vom Verwaltungsgerichtshof (VwGH) abgewiesen. Die Chancen, diese positiv zu bestehen, sind nun aber wesentlich gestiegen.

Sabine Haag, Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission, gratulierte umgehend. Die Bemühungen der vergangenen Jahre hätten Früchte getragen. „Die Entscheidung des Welterbekomitees macht deutlich, dass für die Bewahrung unseres kulturellen Erbes vor allem zwei Dinge zentral sind: Dialog und Kompromissbereitschaft“, hielt Haag in einer Aussendung fest.

Experten für Verbleib

Die Entscheidung des Komitees ist insofern bemerkenswert, als der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS), der die UNESCO berät, im Vorfeld der Sitzung mittels „Draft Decision“ dafür plädiert hatte, Wien auf der roten Liste zu belassen.

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