Chronik | Wien
24.02.2018

U-Bahn-Bau: Neue Route für den 13A gesucht

Unternehmer fürchten Überlastung der Neubaugasse. Wiener Linien versprechen konsensuale Lösung.

Betroffene haben ein Deja-vu: Wie schon beim Umbau der Mariahilfer Straße muss die Autobuslinie 13A auch infolge des sieben Jahre dauernden U2-Baus von ihrer Stammroute abweichen. Die Kirchengasse, wo der Bus jetzt Richtung Skodagasse fährt, wird ab 2019 nämlich zur Baustelle. Über die künftige Linienführung wird emotional debattiert. Denn während die Wiener Linien die Führung des Busses in beide Richtungen über die Neubaugasse prüfen, wünscht sich der siebente Bezirk eine Umleitung über die Stiftgasse. Im benachbarten Mariahilf wiederum fände man die Neubaugassen-Variante zwecks U3-Anbindung am besten.

Petition

Die Vorstellung, der 13A könnte nicht nur zum Hauptbahnhof, sondern auch in die entgegengesetzte Richtung durch die Neubaugasse fahren, ist für Karl Hintermayer "ein Horror". Deshalb bereitet der Obmann der Einkaufsstraße eine Petition gegen die "Bus-Autobahn Neubaugasse" vor.

Für die beidseitige Befahrung müsse man "die Gasse ausräumen – Ladezonen, Parkplätze, Schanigärten und der Fahrradstreifen müssten weg", mutmaßt der Buchhändler. Zudem bedeute mehr Verkehr auch mehr Lärm und ein erhöhtes Unfallrisiko für Radfahrer und Fußgänger. Wie Bezirksvorsteher Markus Reiter (G) plädiert Hintermayer für die Alternativroute über die Stiftgasse.

Darin würde man auch in der Kirchengasse, wo die Bauarbeiten an der U2 deutliche Spuren hinterlassen werden, einen gewissen Wettbewerbsvorteil sehen: "Dadurch würde zumindest der Zustrom zur U3 verteilt und nicht nur auf die Neubaugasse konzentriert", sagt Margit Johannik von der "IG Kaufleute Siebensternviertel".

Man möchte unbedingt vermeiden, "dass bei den Leuten der Eindruck entsteht, hier bei uns gäbe es nur noch Dreck und Staub". Für die Baustelle vor der Haustür wünsche man sich deshalb eine Kreativlösung, erklärt Johannik. Eine attraktivierte Baustellenabsicherung könne den Schmerz der betroffenen Unternehmer lindern.

Bei den Wiener Linien "versteht man zwar die Bedenken", erklärt Unternehmenssprecherin Johanna Griesmayr. Punkto Stiftgasse habe man aber "sachliche Bedenken". Erstens, weil dort wegen des Baustellenverkehrs kaum Platz für einen ungestörten Busbetrieb bleibe. Und zweitens, weil keine unmittelbare Anbindung an die U3 gegeben wäre.

Einigung bis Herbst

Die Führung durch die Neubaugasse werde zwar als eine von mehreren Varianten (wie etwa auch die Zweiteilung der Route in einen Teil nördlich und einen Teil südlich der Mariahilfer Straße) geprüft. Angst müsse aber niemand haben. "Dass Ladezonen, Parkplätze oder Schanigärten gestrichen werden, kommt sicher nicht", wird versichert. Bis Herbst will man "in konstruktiven Gesprächen" einen Konsens finden.

Seitens der Busfahrer ist jedenfalls eine Präferenz zu erkennen: "Das Gescheiteste wäre ein Gegenverkehr in der Neubaugasse", betont Busfahrer-Betriebsrat Leopold Wurm. Weil man außer bei der kurzen Querung der Mariahilfer Straße keine Fußgänger- oder Begegnungszone kreuze, sei dies am sichersten. Von einer "Autobahn" könne allein schon wegen des geringen Tempos keine Rede sein. Die Ausweichroute über die Stiftgasse sei laut Wurm nicht sinnvoll. Beim Einbiegen in die Siebensterngasse könne es wegen der Uneinsehbarkeit der Kreuzung zu Konflikten mit der Straßenbahn kommen.

Noch ist jedenfalls keine Entscheidung gefallen. Und das wird ohne Einbindung von Anrainern und Unternehmern auch nicht geschehen, verspricht Reiter.