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Studentenprojekt: Blaumachen ohne Konsumzwang am Donaukanal

Studenten der TU-Wien haben einen neuen, konsumfreien Raum mit selbst gebauten Sitzmöglichkeiten geschaffen.
Mach Blau Donaukanal TU Wien

Von Frederike Reisiger

30 Grad und pralle Sonne. Auf den neuen Sitzmöglichkeiten bei der Wiener Franzensbrücke am Donaukanal sitzt ein Student unter einem blauen Sonnensegel und wischt sich den Schweiß von der Stirn.  
Die Freizeitoase „Mach blau!“ sticht mit ihren blauen und pinken Elementen heraus. Auch die Bodenbemalung ist bereits aus der Ferne sichtbar. 
Was es damit auf sich hat: Sie wurden von Studenten der Technischen Universität Wien (TU), der Hochschule Campus Wien und der Universität für angewandte Kunst im Rahmen des EU-Forschungsprojekts „Inclusive Cities“ designt und gebaut.

Ziel sei es, einen Freiraum zu schaffen, der für alle Menschen ohne Konsumzwang nutzbar ist. Am Wiener Donaukanal wird seit Jahren kritisiert, dass die freien Flächen durch die vielen Bars und Lokale verloren gehen. Konkret wird bemängelt, dass dadurch ein zunehmender Konsumzwang entstehe.

"Mach blau!"

Wenn Studierende blaumachen wollen, dann meinen sie meistens das Nichterscheinen in ihren Universitäten.
Die TU-Studenten verstehen darunter ab sofort wohl etwas anderes. Bei den Überlegungen, wie man die Fläche, die von der Stadt Wien bereitgestellt wurde, nutzen könne, kam der Blue-Mind-Effekt ins Spiel. 
Er beschreibt den positiven Einfluss von Wasser auf den mentalen Zustand des Gehirns.
Somit wurde auch der Name des Mottos: Willst du mit mir blaumachen? geboren. 
Die Holzmöbel wurden in einer Garage im 16. Bezirk von den Studenten gebaut und bestehen aus Fichtenschichtholz. Dafür wurden rund 8.000 Euro aus dem Forschungsprojekt angewandt.

Studenten wachsen an der Aufgabe

Hans Renauld, ein Student, der an dem Projekt mitarbeitete, erklärt, „dass der Entwurf ständig angepasst werden musste“.
Herausforderungen war en beispielsweise, dass die Kaimauern des Donaukanals als denkmalgeschützt gelten und deshalb nicht zu nah an sie herangebaut werden darf. Außerdem müssen die Sitzgelegenheiten aufgrund der bestehenden Absturzgefahr weit genug vom Donaukanal entfernt stehen. 
Die Studentin Charlotte Ambs erzählt, dass die Gruppe während des Projektes eng als Team zusammengewachsen sei und man viel voneinander habe lernen können.
„Das Interesse an der Lehrveranstaltung  war sehr hoch“, berichtet Projektleiterin Lena Hohenkamp.

Projekthintergrund

Das Projekt findet im Rahmen des EU-Forschungsprojektes „Inclusive Cities“ statt, für welche eine kleine Fläche auf der Henriette-Fahrbach-Promenade und der Emilie-Turecek-Promenade von der Stadt bereitgestellt wurde.  
Das Architekturbüro „Superwien“ fungierte dabei als Projektpartner. Konzeption und Betreuung wurden von Jan Gartner (Agentur Raumpioniere) gemeinsam mit Lena Hohenkamp und Katrin Hager übernommen.

Zwei Menschen liegen auf den neuen Holzbänken und sonnen sich.

Vicky und Jan sonnen sich in der neuen Freizeitoase.

Ein Platz für alle

Die beiden Wiener Vicky und Ben spazieren am Abend öfter  entlang des Donaukanals – so auch am am Mittwoch. Sie sind begeistert:  „Die Sitzmöglichkeiten sind sehr gemütlich“, findet Ben.  Auch Arlindo kommt gerne an diesen Ort. „Ich habe die Plakate hier gesehen, sie haben mich neugierig gemacht. Deswegen bin ich wiedergekommen und habe gleich eine Freundin mitgebracht.“ 
Auf einem der Plakate wurde dazu eingeladen, sein eigenes kleines Projekt umzusetzen.
Ob Workshop, Vorträge oder Bildungsangebote. Auf der Website henniundmilli.at können die Ideen eingereicht werden.
Die Sitzgelegenheiten  sind bis zum Ende des Sommers öffentlich zugänglich.
Ein Wiederaufbau für das kommende Jahr stehe schon in der Planung, heißt es aus der TU. 

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