Erika Pluhar im Gespräch mit der Lokalbesitzerin Christine Müller-Zarl

© KURIER/Jeff Mangione

Grinzing
12/20/2015

Ein Restaurant als Wegbegleiter für Erika Pluhar

Vor ihrer Wüstenreise stärkt sich die Künstlerin im Restaurant Eckel.

von Anna-Maria Bauer, Jeff Mangione

Seit Erika Pluhar nach ihrer Scheidung von Udo Proksch nach Döbling gezogen ist, sind regelmäßige Besuche im nahe gelegenen Restaurant Eckel für die Schauspielerin unerlässlich geworden.

Weil das Lokal in der Sieveringer Straße 46 gutbürgerlich, aber nicht überkandidelt ist. Weil es sich modisch nicht verändert, aber qualitativ top bleibt. Und weil sie hier das beste Kalbsbutterschnitzel bekommt.

Besonders intensiv lernte Pluhar das Eckel während ihrer Zeit mit Peter Vogel kennen. "Das hat sich dann fortgesetzt", sagt Pluhar. "Denn irgendwie hatte ich immer wieder mit Männern zu tun, die gerne zum Eckel gingen." Der Eckel quasi als Sympathientester.

Rückkehr zur Familie

Das Restaurant in Grinzing wird mittlerweile von Christine Müller-Zarl in vierter Generation geführt. Nach zehn Jahren als Architektin kehrte sie doch in den heimischen Gastronomiebetrieb zurück, in dem sie bereits als Jugendliche ausgeholfen hatte.

Unterstützt von ihren Eltern, initiiert Müller-Zarl im Betrieb nun kleine Veränderungen, ohne dabei die alte Tradition zu missachten. Die ehemals gelbe Fassade, wurde kürzlich mit einem moderneren Hellgrau übermalt. Auf der Speisekarte sollen künftig mehr vegetarische Gerichte landen.

Auch Erika Pluhar versucht zwar generell immer wieder auf Fleisch zu verzichten. Aber nicht beim Eckel. Hier bestellt sie zumeist – und so auch heute – besagtes Butterschnitzel mit Erdäpfelpüree und extra Salzgurkerln. Genau die richtige Stärkung nach den vielen Besorgungen. Denn in den kommenden Tagen besucht Pluhar mit ihrem Enkelsohn Ignaz und dessen Freundin Flüchtlingscamps in der Westsahara. Und wenn man eine Wüstenreise nur mit Handgepäck antritt, muss man das vorher genau planen.

Es wird wohl eine recht abenteuerliche Reise werden, gesteht sich Pluhar ein; aber auch eine, die ihr besonders am Herzen liegt.

In der Schank

Platz genommen hat Erika Pluhar an ihrem Stammplatz. "In der Schank, heißt das", erklärt sie, während sie sich Butter auf ihr Salzstangerl streicht. "Drinnen ist es ein wenig feiner. Aber hier draußen, sitzen die, die hierher gehören." Außerdem kann man von dem Platz aus alle Ein- und Austretenden beobachten, ohne selbst gleich gesehen zu werden.

Gesehen und gehört werden kann Erika Pluhar übrigens wieder am 28. Dezember im Theater Akzent. Begleitet von Roland Guggenbichler am Klavier, singt Pluhar ihre Lieder und liest aus ihrem Werk – kleine Prosa, Lyrik, Essays.

Advent- oder Silvestertyp ist Pluhar eigentlich nicht, aber sie hat im Laufe der Jahre gemerkt, dass man das Publikum in der Adventzeit auch mit ernsthafteren Gedanken konfrontieren kann. "Aber keine Sorge, es wird am 28. Dezember keinesfalls todernst zugehen", sagt Pluhar.

Außerdem versuche die Künstlerin sich generell nicht nach ihrem Publikum zu richten. Ziel ist es, dass das Publikum annimmt, was man ihnen präsentiert. "Wenn Kollegen im Burgtheater sich beschwerten, dass das Publikum zu viel hustet, da erklärte ich ihnen schon damals: ,Das liegt nicht am Publikum. Wir sind heute nicht gut genug.‘ Wenn man richtig gut ist, ist es im Zuschauerbereich ganz still. Immer. Egal, aus welchen Personen das Publikum besteht."

Die Gegenwart

Mitteilen, in Dialog treten. Darum geht es im Leben. Egal ob auf der Bühne, im Roman – oder im ganz normalen Leben. "Das spürt man immer stärker, je älter man wird. Weil das Leben dann eigentlich nur mehr aus Gegenwart besteht."

Große Pläne fürs kommende Jahr macht sie deshalb keine. Gut, die habe sie noch nie gemacht, nur weil Silvester war. "Das ist doch nur eine Zahl."

Aber sie möchte weiterhin Gesangsabende geben. Und sie arbeitet an einem neuen Roman. Protagonistin wird eine Frau im 80. Lebensjahr sein. Aber Pluhar stellt klar: "In dem Moment, in dem ich schwächle, bleibe ich zu Hause. Es macht mich traurig, wenn ich öffentlich wirksame Menschen sehe, die sich mit letzter Kraft am Stock festhalten. Das möchte ich nicht." Dann lieber zum Eckel als auf die Bühne.

Pluhar singt und liest Pluhar

Pluhar singt und liestTheater AkzentAm 28. Dezember um 19.30 Uhr tritt Erika Pluhar im Theater Akzent (1., Argentinierstraße 37) auf. Sie liest Lyrik und Prosa aus eigener Feder. Ihre Lieder werden von Roland Guggenbichler am Klavier begleitet. TicketsKarten können unter 01/501 65 3306 oder online unter www.akzent.at erworben werden. Am 28. Dezember um 19.30 Uhr tritt Erika Pluhar im Theater Akzent (1., Argentinierstraße 37) auf. Sie liest Lyrik und Prosa aus eigener Feder. Ihre Lieder werden von Roland Guggenbichler am Klavier begleitet. Am 28. Dezember um 19.30 Uhr tritt Erika Pluhar im Theater Akzent (4., Theresianumgasse 18) auf. Sie liest Lyrik und Prosa aus eigener Feder. Ihre Lieder werden von Roland Guggenbichler am Klavier begleitet. Karten können vor Ort, telefonisch unter 01/501 65 3306 oder online hier erworben werden.
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