Chronik | Wien
23.07.2017

Treffpunkt Wien: Burrata für Figaros Verlobte

Jennifer Newrkla mimt im Lustspielhaus Figaros Susanna. (Italienische) Stärkung findet sie im Heuer.

Ein in die Jahre gekommener Schwerenöter, ein verliebter Starcoiffeur und ein Chirurg mit ausgeprägter Libido – das Lustspielhaus macht seit wenigen Tagen seinem Namen wieder alle Ehre machen. "Figaro oder ein toller Schnitt" heißt das Stück, das eine moderne Version von Mozarts "Die Hochzeit des Figaro" ist und am 13. Juli Premiere feiert.

Eine Frau, die zwischen all diesen Männern steht, ist Figaros Verlobte Susanna – dargestellt von der Schauspielerin Jennifer Newrkla. Die Wienerin mit kroatischen Wurzeln steht nach verschiedenen Fernsehproduktionen – unter anderem als Hauptrolle Julia in der deutschen Telenovela "Sturm der Liebe" – das erste Mal seit drei Jahren wieder auf der Bühne.

Nervös war sie deswegen aber nicht, als der KURIER die Schauspielerin wenige Tage nach der Premiere im "Heuer am Karlsplatz" trifft. Jenem Lokal von Andreas Wiesmüller, das sich in den vergangenen Jahren zu einem der Wiener Gastro-Hotspots entwickelt hat.

Shrubs & Salzzitronen

Beim Betreten des Lokals fällt der Blick rasch auf die bunt gefüllten Einmachgläser an der Rückwand, in denen sich die selbst angesetzten Shrubs (hausgemachte, essiggesäuerte Limonaden), Salzzitronen oder Sauergemüse Rhabarberkompott befindet. Denn selbstgemacht, regional, lokal. Das sind generell die drei großen Schlagworte von Küchenchef Peter Fallnbügl. Die Produkte, die in der Küche verarbeitet werden, stammen von 40 Kleinbauern. Kräuter und Gemüse kommen oft aus dem eigenen KarlsGarten. Dort wird in Kooperation mit Universitäten auch das Konzept "Urban Farming" erforscht.

Auf den Loungemöbeln mit Blick auf den Garten auf Jennifer Newrkla Platz genommen. Was es für sie sein darf? Burrata, ein weicher Mozzarella, mit karamellisierten Pfirsichen, Himbeeressig und frischem Basilikum.

Während sie auf die Speise wartet, erzählt Jennifer Newrkla, wie sie zur Schauspielerei gekommen ist. "Das war eigentlich Zufall", sagt sie und kostet von ihrem Erdbeershrub. "Ich war als Kind viel tanzen und während einer Tanzstunde kam ein Caster zu uns ins Performing Center. Er fragte, ob jemand bei einer Serie mitspielen wollte – und ich habe aufgezeigt. "The Red Phone: Check Mate" hieß der Film. Es war nur eine kleine Rolle, ich war die Tochter eines Spions – aber so habe ich mit 14 Jahren dann schon in einem Hollywood-Blockbuster mitgespielt." Zwei Jahre später meldete sich der Caster wieder – diesmal durfte sie bei einer Serie mitwirken. Und so rutschte sie irgendwie ins Business.

Schauspieler-Gen

Ob ihre Eltern ein Problem mit ihrer Berufswahl hatten? "Gar nicht", meinte Newrkla, als der Kellner ihr den Burrata serviert. "Meine Vater ist Musiker; Künstler sind in meiner Familie also nichts Neues. Das Schauspieler-Gen hat aber wohl eine Generation übersprungen. Meine Oma ist nämlich auch Schauspielerin gewesen. Leider habe ich sie nie kennengelernt, weil sie schon mit 42 gestorben ist. Aber sie hat sogar am Volkstheater gespielt, mit Größen wie Hans Moser."

Newrkla hat da ein anderes Ziel: "Als Schauspielerin bin ich immer die ausführende Kraft, ich erzähle eine Geschichte so, wie jemand anderer das möchte. Dabei habe ich eigene Ideen – und die möchten heraus", sagt sie und lacht. Deshalb sitzt sie nun wieder im Hörsaal – für den Bachelor "Film- und Medienproduktion". Und Teile eines Drehbuchs liegen schon am Schreibtisch. Spielen soll der Film in Kroatien, der Heimat ihres Vaters. Dorthin wird es mit Freund und Hund heuer auch noch hingehen.

Stattfinden wird der große Urlaub diesmal erst im Herbst. Bis 2. September ist Jennifer ja Figaros Susanna.