Chronik | Wien
09.01.2018

Tierschützer empört über Pläne für berittene Polizei

Der Verein gegen Tierfabriken rät davon ab, Pferde bei der Wiener Polizei einzusetzen - aus Kostengründen und zum Wohl der Tiere.

Der Vorschlag der FPÖ, die Polizei in Wien auch zu Pferd durch die Stadt zu schicken, sorgt für Aufregung. Nachdem bereits SPÖ-Umweltstadträtin Ulli Sima Bedenken geäußert hatte, meldet sich nun auch der Verein gegen Tierfabriken (VGT) zu Wort.

In einer Aussendung macht er darauf aufmerksam, dass sich Pferde nicht für den Einsatz in der Stadt eignen würden. „Die hohen Kosten, die sich aus der Anschaffung und Haltung der Tiere, der Ausbildung der Pferde (in Deutschland dauert die Basisausbildung drei bis sechs Monate), der Ausbildung der Polizisten (in Deutschland ist das z.B. eine sechsmonatige Spezialisierung) und dem laufenden Betrieb ergeben, von den Reinigungskosten für die Hinterlassenschaften der Pferde gar nicht zu sprechen“, werden als Gründe gegen eine berittene Polizei angeführt.

"Pferde haben im Straßenverkehr nichts verloren"

Außerdem berge der Einsatz bei der Polizei viele Gefahren für die Tiere. „Pferde sind nun einmal Fluchttiere, die im Straßenverkehr nichts verloren haben. Die Tiere können immer außer Kontrolle geraten und sich selbst oder Menschen dabei verletzen. Außerdem ist die Ausbildung zum Polizeipferd sicher keineswegs artgerecht für das Tier“, teilt der VGT mit.

Von der FPÖ, die sich in der Vergangenheit gerne als Tierschützerpartei inszenierte und sich auch vehement gegen Fiaker ausgesprochen hatte, sei man enttäuscht. „Eine berittene Polizei wäre ein Rückschritt für Wien und ein Armutszeugnis für die Tierschutzpolitik der neuen Regierung“, fasst der VGT zusammen.

Wie der KURIER berichtete, halten auch die meisten Exekutivinsider eine Polizei mit Pferden für wenig sinnvoll.